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Oberösterreich

So verhält man sich in Oberösterreichs Bergen richtig

Von nachrichten.at/HaGr   16. Juli 2021 14:45 Uhr

Mit diesen Tipps steht einem idyllischen Wandertag nichts mehr im Wege.

OBERÖSTERREICH. Darf man nun den "Apfelputz" in der Natur zurücklassen und stimmt es, dass sich am Berg alle Duzen?

In den Sommermonaten ist in der oberösterreichischen Bergwelt viel los. Aber nicht nur Urlauber sind sich oft unsicher, welche Regeln auf unseren heimischen Naturjuwelen gelten und wie man sich am besten verhält. Um die Basic-Kenntnisse der Oberösterreicher aufzufrischen, folgen nun die bekanntesten Verhaltenstipps für den perfekten Wandertag. 

Fit in die Berge - nicht durch die Berge

Ausreichend Kondition vor einem anstrengenden Wandertag kann Unfälle vermeiden und bewirkt nebenbei, dass einem der Wandertag viel mehr Freude bereitet. Die Prüfung der körperlichen Eignung inklusive die der Begleiter ist von großer Bedeutung. Ebenso sollte im Vorhinein immer abgeklärt werden, ob alle Gruppenmitglieder schwindelfrei sind, sodass vor Ort keine böse Überraschung droht. 

Auf die Alm!
Oberösterreichs Berge bieten naturnahe Erholung.

Kein Platzrecht am Berg 

Beim Wandern und Bergsteigen ist wichtig, immer daran zu denken, dass man nicht alleine unterwegs ist. Bedenken Sie demnach jeden Schritt sorgfältig und vermeiden Sie es, den Weg zu blockieren. Ein schnelles Selfie am Gipfelkreuz ist beinahe Pflicht - dabei sollte man aber darauf achten, dass es bei einem oder zwei Fotos bleibt, sodass man Gleichgesinnten die selbe Chance lässt. Auch auf den Hütten gibt es an traumhaften Sommertagen oft Platzmangel, weswegen man (unter Einhaltung der Pandemiebestimmungen) auch andere Wanderer am Tisch aufnehmen sollte. 

Die Herbstfotos der OÖN-Leser
Der Sonnstein ist ein Selfie-Hotspot.

"Griass Di!"

Keine Pflicht - aber ungeschriebenes Gesetz. Am Berg ist es üblich, sich untereinander zu grüßen und sich dabei zu Duzen. Wer freut sich nicht über ein freundliches "Grias eich" inklusive breitem Lächeln?

Über ein freundliches Lächeln freut sich jeder.

Zero Waste - Abfall wieder mitnehmen 

Immer wieder sieht man entlang des atemberaubenden Panoramaweges die Verpackung eines Proteinriegels oder einer Taschentuchpackung am Boden liegen. Dies schadet nicht nur der Umwelt, sondern kann für dortige Tiere lebensgefährlich werden. Darum sollte man bei der Vorbereitung bereits einen Abfallbeutel im Rucksack einplanen. Somit hat sich das Problem "Wohin mit dem Müll?" ganz einfach erübrigt. Häufig diskutiert wird die Frage nach der Entsorgung von Obstabfällen. Das Überbleibsel vom Apfel und saisonalem Obst verrottet zügig und kann dem ein oder anderen Tier seine Mahlzeit versüßen. Dies gilt aber nicht für Bananenschalen oder andere Tropenfrüchte. Die häufig mit Pflanzenschutzmittel bespritzten Nahrungsmittel sind für Tiere oft ungenießbar und verrotten auch sehr langsam. Als Faustregel gilt: Am besten einfach den ganzen Abfall wieder mitnehmen und ordnungsgemäß entsorgen. 

Müll muss beim Wandern ordnungsgemäß entsorgt werden.

Die Sache mit dem Wetter

Witterungsbedingungen sollten immer tageweise vor der geplanten Tour gecheckt werden. Bei längeren Touren erweist es sich als hilfreich, bei lokalen Hütten vor Ort nachzufragen, ob die Bedingungen geeignet sind. Wenn der Himmel bereits voller Wolken gezeichnet ist, sind Regenschauer nicht unwahrscheinlich. Drohen Gewitter, welche man an dunkelgrauen oder lila Wolken erkennen kann, ist es am besten sofort umzukehren. Generell sollte man bedenken, dass das Wetter am Berg sehr schnell umschlagen kann. 

Gewitter: Tipps für richtiges Verhalten
Zu den gefährlichsten Plätzen bei einem Gewitter zählen Gewässer und höher gelegene Punkte wie Berggipfel

Sonnenschutz am Berg 

Die Einstrahlung am Berg ist bekannterweise intensiver als im Tal. Hierbei kann man sich merken, dass je 1000 Höhenmeter die Intensität der UV-Strahlung um mehr als 15 Prozent steigt. Darum ist es besonders wichtig, sich (nicht nur im Sommer) ausreichend mit Sonnencreme zu schützen.

Am Weg bleiben

Nicht umsonst gibt es in den österreichischen Bergen öffentliche Wegmarkierungen. Deshalb sollte man auf keinen Fall eigenständig nach Abkürzungen oder "schöneren Wegerln" suchen. Hat man den markierten Weg aus den Augen verloren, sollte man am besten wieder umkehren, da ansonsten die Gefahr droht die Orientierung zu verlieren. Große Vorsicht ist bei feuchten Bedingungen aufgrund der Rutschgefahr geboten. Diesbezüglich gilt es auch immer darauf zu achten, keine Steine loszutreten. Diese könnten Wanderer oder Tiere unterhalb Ihres Weges schwer verletzen. 

Großer Priel

"No-Go-Selfie" - der richtige Umgang mit Almkühen 

So verlockend die Vorstellung von dem perfekten Alibi-Wanderfoto auch ist - die Alm ist kein Streichelzoo. Kühe sind keine aggressiven Tiere, können aber vor allem beim Schutz ihres Jungtiers einen verstärkten Beschützerinstinkt verspüren. Darum ist es wichtig, bei einer möglichen Almüberquerung darauf zu achten, genügend Abstand zu den Tieren zu halten und keine hektischen Bewegungen durchzuführen. Jungtiere sind oft neugierig und kommen auf Wanderer zu. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen, da Stiere dadurch ihre Herde beschützen wollen und Mutterkühe Angst um ihr Junges bekommen könnten.

Nicht nur Menschen sollten vor freilaufenden Kühen einen Respektabstand einhalten.

Pflanzen werden gerne bewundert - nicht gepflückt 

Häufig begegnet man während der Tour durch die malerischer Kulisse auch besonders schöne Pflanzen. Nicht selten stehen diese jedoch unter strengem Naturschutz. Dies ist auch gut so, denn ansonsten würden die seltenen Schönheiten aussterben. Umso wichtiger ist es, nicht auf die Idee zu kommen, das hübsche Blümchen als Dekoration für den Mittagstisch mitzunehmen. Lieber ein schönes Foto davon knipsen - hält länger. Sollte man beim Pflücken solcher Pflanzen erwischt werden, drohen hohe Geldstrafen. 

Blühendes Berg-Symbol: Edelweiß-Pflanze.

"Wer rastet, der rostet" - gilt nicht am Berg 

Insofern man kein Bergmarathonläufer ist, muss man sich vor niemandem beweisen. Pausen sind wichtig, um wieder neue Kraft für die nächste Etappe zu schöpfen. Außerdem ist eine kurze Verschnaufpause eine gute Gelegenheit, das Panorama in vollen Zügen zu genießen. Generell sollte das Tempo immer dem schwächsten Glied der Gruppe angepasst und zwischendurch kleine Pausen eingeplant werden. Der Körper benötigt in diesen Pausen Essen und Trinken, um die Leistungsfähigkeit und die Konzentration wieder zu optimieren. Ideal geeignete Durstlöscher sind Isotonische Getränke. Für den Hunger zwischendurch sollte man am besten Müsliriegel, Trockenobst oder Traubenzucker einpacken. Diese füllen den Energiespeicher wieder auf. 

Wanderung bei Sonnenaufgang in den Salzburger Bergen.

 

vier weitere Tipps:

  • Langsam starten und zu starke Anstrengung zu Beginn der Tour vermeiden
  • Wenn alleine unterwegs: Stets jemanden über das Ziel und die geplante Rückkehr informieren
  • Immer ausreichend Trinken mitnehmen
  • Exponierte Stellen bei Gewitter sofort verlassen

 

 

 

 

 

 

 

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