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Oberösterreich

Sie leistet Erste Hilfe für die Seele

Von Michael Schäfl 12. November 2019 00:04 Uhr

Ilse Ebner

Seit elf Jahren engagiert sich Ilse Ebner freiwillig in der Krisenintervention

Mehr als 4500 Angehörige betreuten die knapp 300 Ehrenamtlichen der Krisenintervention des Roten Kreuzes im Vorjahr in Oberösterreich. „Jeder Einsatz ist unterschiedlich. Die Arbeit erfordert Einfühlungsvermögen, Mitgefühl, eine starke Persönlichkeit und ein wertschätzendes Umfeld“, sagt Ilse Ebner. Seit mittlerweile elf Jahren sorgt die 62-Jährige aus Traun für Angehörige von schwer oder tödlich Verunglückten.

Wenn die Sanitäter den Einsatzort verlassen, beginnt für die zweifache Mutter und Oma die Arbeit. Sie kümmert sich um die Angehörigen, gibt ihnen Sicherheit und hilft, das Geschehene begreifbar und verstehbar zu machen. Sich selbst beschreibt Ilse Ebner als Ersthelferin in psychischen Ausnahmesituationen.
Bis zu ihrer Pensionierung vor zwei Jahren arbeitete die Quereinsteigerin am Vinzentinum der Barmherzigen Schwestern, einer Universität für Pflegewissenschaften, die später Teil der Fachhochschule für Gesundheitsberufe in Linz wurde, in der Administration. Zur Arbeit in der Krisenintervention kam die 62-Jährige durch ihre Tochter. Diese wollte Rettungssanitäterin werden und besuchte eine Informationsveranstaltung des Roten Kreuzes.

„Ich habe mir gedacht, ich gehe einfach mal mit und begleite meine Tochter. Beim Vortrag habe ich mich dann so gut mit einer Frau, die bei der Krisenintervention arbeitet, verstanden, dass ich beschlossen habe: Ich möchte das auch machen“, sagt Ebner. Nach dem Eignungstest und der mehrtägigen Ausbildung war sie wenig später Teil des Teams für Krisenintervention Linz-Land.
Mittlerweile wurde das Team zu Ebners zweiter Familie. Auch beim Garteln und beim Spazierengehen in der Natur findet sie Kraft und Halt: „Angesichts der Schicksale, mit denen man konfrontiert wird, sind die eigenen Probleme relativ. Wenn man am Ende des Tages vor der eigenen Haustüre steht, ist man froh, wenn alle Schuhe, die am Morgen weggegangen sind, wieder dastehen.“

 

Artikel von

Michael Schäfl

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