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Oberösterreich

Coronavirus: Entwicklung in Oberösterreich "sehr besorgniserregend"

Von nachrichten.at/apa   03. Juli 2020 17:04 Uhr

Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP)

LINZ. Die Spitzen der oberösterreichischen Landesregierung sind zwar optimistisch, die aktuellen Corona-Cluster eingrenzen zu können, dennoch können weitere Maßnahmen - etwa eine Verschärfung der Maskenpflicht - nicht ausgeschlossen werden. Die aktuelle Reproduktionsrate von 2,7 stuft LHStv. Christine Haberlander (VP) als "sehr besorgniserregend" ein.

Derzeit sehe sie die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen allerdings nicht, aber man müsse das von Tag zu Tag bewerten, sagte Haberlander in einem Hintergrundgespräch am Freitag. Gemeinsam mit Mitgliedern des Krisenstabs verteidigte sie die Schließung aller Schulen und Kindergärten in fünf Bezirken. Auch Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) wies Kritik am rigorosen Vorgehen entschieden zurück - die OÖN haben berichtet.

Sinngemäß hieß es am Freitag: Der sogenannte "Pfingstkirchen-Cluster", der aktuell 121 Personen zähle, umfasse rumänische Großfamilien mit bis zu zehn Kindern, die verschiedene Schulen besuchen. Die Betroffenen hätten sich anfangs nicht besonders gut an die Maßnahmen gehalten und die Kontakte der Kinder waren kaum mehr nachzuvollziehen.

"Im Wissen, wie konsequent das Containment läuft, bin ich aber optimistisch, dass wir den Cluster einfangen", sagte Tilman Königswieser vom Krisenstab des Landes. Carmen Breitwieser, ebenfalls Mitglied des Krisenstabs, betonte, dass man jeden Fall individuell sehen müsste. So gebe es Fälle, wo es keine Schulsperre geben müsse, weil man die Infektionskette geschlossen nachvollziehen und die Betroffenen absondern könne, und andere, in denen das kaum mehr möglich sei - wie eben den aktuellen.

OÖN-TV Sendung vom 03.07.2020

Die Corona-Zahlen in Oberösterreich steigen weiter an. Neben Schulschließungen in fünf Bezirken werden dort jetzt auch in Kirchen die Schutzmaßnahmen wieder verschärft. In Linz wird die Maskenpflicht in Öffis und der Mindestabstand in der Gastronomie am Wochenende verstärkt kontrolliert. Das Bundesheer soll ab 2021 neu aufgestellt werden. Verteidigungsministerin Tanner hat heute ihre Pläne präsentiert. Und: Fast 20.000 Euro hat eine Mühlviertlerin an eine vermeintliche Internet-Liebe überwiesen.

Testkapazität wird erhöht

Haberlander betonte die bereits am Donnerstag angekündigte Absicht des Landes, wieder mehr zu testen. Die Kapazitäten sollen auf zwölf fixe Drive-ins und 16 mobile Teams aufgestockt werden, so dass jeder binnen 30 Minuten zu einer Testmöglichkeit kommen könne. Am 1. Juli seien bereits mehr als 1.400 Tests durchgeführt worden. Zudem wolle man auch asymptomatische Patienten testen. "Aber es gibt kein Freitesten", betonte sie, man bleibe dennoch abgesondert, weil der Test nur eine Momentaufnahme sei und man die Inkubationszeit abwarten müsse. Man solle sich mit einem negativen Test nicht in falscher Sicherheit wiegen. Im Rahmen von Screenings will man künftig auch einen Fokus auf Angehörige von mobilen Diensten legen.

Zahl der Infizierten erneut gestiegen

Die Zahl der in Oberösterreich positiv auf Covid-19 Getesteten ist von Donnerstag 15 Uhr auf Freitag 12.00 Uhr von 257 auf 284 gestiegen. Das berichtete der Krisenstab des Landes. Allein dem "Pfingstkirchen-Cluster" in Linz waren 121 Fälle zuzurechnen. Acht Schulen und zwei Kindergärten meldeten zudem Neuinfektionen.

Die meisten Fälle gab es mit 80 im Bezirk Linz-Land (plus neun) und in Linz mit 77 (plus zwei). Verhältnismäßig starke Zunahmen verzeichneten auch die Bezirk Perg mit plus fünf auf 15 und Wels-Stadt von plus vier auf 19. Inzwischen ist keiner der Bezirke mehr ohne Infizierte.

Gleichbleibende Zahlen meldeten zehn Bezirke. Insgesamt waren 1.973 Menschen am Freitag in Oberösterreich in Quarantäne nach 1.383 am Vortag, 16 an Covid-19 Erkrankte wurden in Spitälern behandelt.

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