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Oberösterreich

Schneesicherheit gibt es erst ab 1500 Höhenmeter

20. November 2020 08:43 Uhr

Schneesicherheit gibt es erst ab 1500 Höhenmeter
Gute Wetteraussichten für Schneemänner - zumindest in den höheren Regionen

WIEN/LINZ. Neue Klimastudie: Temperaturen legen zu, geschlossene Schneedecke wird in tieferen Lagen immer seltener.

LINZ/WIEN. In den kommenden Tagen schaut eine Kaltfront vorbei: Vergangene Nacht sank die Schneefallgrenze auf unter 1000 Meter, vor allem im südlichen Bergland schneite es bis in tiefe Lagen. Dort sind heute noch unergiebige Schneeschauer zu erwarten, so die Prognose der ZAMG. Die Temperaturen pendeln sich im ganzen Land bei deutlich unter zehn Grad ein.

Das Hoch von Nordeuropa bringt uns auch am Wochenende unterkühlte Temperaturen, in der Nacht wird es frostig. In der trockenen Luft bleiben wir heute von Nebel weitgehend verschont. Ab Samstag steigt die Luftfeuchtigkeit wieder, der Nebel kehrt zurück.

Blick in die Wetter-Zukunft

Kommende Woche dürften sich mildere Verhältnisse einstellen. Gemäß dem langfristigen Trend, den eine am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung von ZAMG, Deutschem Wetterdienst und Schweizer Bundesamt für Meteorologie bestätigt. Demnach sind die Lufttemperaturen bei uns zu allen Jahreszeiten kontinuierlich gestiegen, auch im Winter. Die Folge: immer weniger Schnee in tiefen Lagen, weil es hier öfter regnet und bereits gefallener Schnee schneller schmilzt. In höheren Lagen ist es aber auch in milderen Wintern meist kalt genug für Schnee.

Die vergangenen Jahre brachten in vielen europäischen Ländern die mildesten Winter der Messgeschichte. In Österreich waren dies die Winter 2006/2007, 2019/2020 und auf Platz drei gleichauf 2013/2014 und 2015/2016. Beispiel Sonnblick: Dort zeigt die gesamte 134-jährige Messgeschichte auf 3100 Metern eine signifikante Erwärmung im Winter von 1,9 Grad.

Durch die Klimaerwärmung ist laut Studie die Zahl der Tage mit einer geschlossenen Schneedecke in tiefen Lagen deutlich zurückgegangen – in Wien, Linz, Graz und Innsbruck in den vergangenen 90 Jahren um rund 30 Prozent.

Bei ungebremsten Emissionen von Treibhausgasen würde die Schneedeckendauer in Österreich bis 2100 in tiefen Lagen um 90 Prozent abnehmen, in Lagen um 1500 Meter um 50 Prozent. Bei Einhaltung des Paris-Abkommens wären die Auswirkungen halb so stark.

Eines zeigt die Untersuchung auch: Oberhalb von 1500 bis 2000 Metern dürfte in den kommenden Jahrzehnten genug Naturschnee für den Wintersport zu erwarten sein. Gerade auf künstlich bewirtschafteten Flächen, etwa Pisten, hängt die weitere Entwicklung der Schneesicherheit stark von lokalen Gegebenheiten ab, nicht zuletzt von der Anzahl an Schneekanonen und der Entwicklung der Beschneiungstechnik. Jedenfalls hätte ein langfristiger Anstieg der Wintertemperaturen in allen Höhenlagen kürzere und seltenere Zeitfenster zur Folge, in denen eine Beschneiung überhaupt möglich ist. (kri)

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