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Salzkammergut

Zuletzt fielen die Pegel der Seen im Salzkammergut rasant

19. August 2022 01:20 Uhr

Zuletzt fielen die Pegel der Seen rasant
Der Mondsee vom Schafberg aus gesehen: Zwölf Zentimeter fehlen noch zum historischen Tiefststand im Jahr 2018.

SALZKAMMERGUT. Der Klimawandel wirkt sich auf die Seen im Salzkammergut aus – aber nicht überall gleich.

Im Vergleich zu anderen (Welt-)Gegenden ist das Salzkammergut mit Wasser gesegnet. Doch die extreme Trockenheit dieses Sommers ist auch hier spürbar – und wird es noch mehr werden, wenn der Dachsteingletscher erst einmal geschmolzen ist. Was schneller gehen könnte als gedacht. Experten geben Oberösterreichs einzigem Gletscher nur noch einige Jahrzehnte. "Heuer droht ihm ein Rekordmassenverlust", gab Umwelt- und Klimalandesrat Stefan Kaineder gestern bekannt.

Die Seenlandschaft im Salzkammergut wird davon nicht unberührt bleiben. Wenn erst einmal kein Schmelzwasser nachkomme, könnten extreme Pegelschwankungen bei den von den Alpen gespeisten Seen und das kurzfristige Austrocknen kleinerer Gewässer nicht mehr ausgeschlossen werden, so Kaineder.

Zwei Klassen von Seen

Derzeit gibt es zwei Tendenzen im Salzkammergut: Der Hallstättersee und der Traunsee – beide werden derzeit noch vom Gletscher gespeist – haben relativ stabile Pegelstände.

Anders ist die Situation am Attersee, Mondsee und Wolfgangsee. Dort sind die Wasserstände in den vergangenen Wochen spürbar gesunken – mit zunehmendem Tempo in den letzten Tagen. "Hier schlägt die Auswirkung der Schneeschmelze nicht mehr gravierend durch und es fehlt bei diesen Gewässern auch der Zufluss eines Gletschers", sagt Kaineder. "Das Einzugsgebiet ist auch nicht so groß wie jenes des Hallstätter- und Traunsees."

Niederschlag erwartet

Noch haben Attersee, Mondsee und Wolfgangsee die historischen Tiefststände des Jahres 2018 nicht erreicht. Aber viel fehlt nicht mehr. Beim Wolfgangsee sind es noch fünf Zentimeter und beim Mondsee sind es zwölf. Nur beim Attersee fehlen noch satte 43 Zentimeter bis zum tiefsten bisher gemessenen Pegelstand.

"Aufgrund der prognostizierten Niederschläge am Wochenende wird sich die Situation an den Seen und auch an den Fließgewässern etwas entspannen", prognostiziert Kaineder. (ebra)

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