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Salzkammergut

Vera Vitasek steht mit ihren 81 Jahren jeden Tag hinter dem Geschäftstresen

Von Gerhard Hüttner  26. Januar 2022 00:04 Uhr

Vera Vitasek steht mit ihren 81 Jahren  jeden Tag hinter dem Geschäftstresen
In Vera Vitaseks Geschäft gibt es Leder- und Bastelwaren - "und alles, was man sonst nirgends kriegt".

VÖCKLABRUCK. Ihr Vater Franz Zawisky hat vor 90 Jahren die Lederhandlung in Vöcklabruck eröffnet.

Wer das Geschäft in der Jungmairgasse 13 betritt, taucht in ein Stück Alt-Vöcklabruck ein. Seit 1940 ist darin die Lederhandlung Zawisky untergebracht, die zu den ältesten Unternehmungen der Stadt zählt. Seit 1975 führt Vera Vitasek das Geschäft. "Ich mache weiter, solange ich noch kann", sagt die 81-jährige Geschäftsfrau.

1930 ist ihr Vater Franz Zawisky nach Vöcklabruck gekommen und hat in der Jungmairgasse als Oberteilerzeuger Arbeit gefunden. Zwei Jahre später übernahm er die Lederhandlung und 1940 erwarb er von Bruckner-Biograf Prof. Max Auer das Haus in der Nachbarschaft auf Leibrente. Seither ist im Haus mit dem typischen Krüppelwalmdach und den kleingliedrigen Schaufenstern die Lederhandlung Zawisky.

Tochter Vera hat schon als Kind im Laden mitgeholfen. "Wie ich in die Schule gekommen bin, habe ich mitgearbeitet", erinnert sie sich. Sie hat Nieten sortiert und Stanitzel aus Zeitungspapier gedreht. Nach und nach haben die einst neun Schuster in Vöcklabruck dichtgemacht, der Oberteilerzeuger für Schuhmacher verlor damit mehr und mehr Abnehmer.

1975 starben die Eltern von Vera Vitasek, die dann das Geschäft weiterführte und das Sortiment um Bastelwaren erweiterte. In unzähligen Schachteln und Laden schlummert das Sortiment: Nach wie vor gibt es ein breit gefächertes Lederzubehör (Nieten und Schnallen), Schuhpflegemittel und Schuhbänder, aber vor allem Wolle zum Filzen und Perlen in allen Größen und Farben – "und alles, was man sonst nirgends kriegt", ergänzt die Geschäftsfrau.

Mit ihren 81 Jahren steht sie jeden Tag im Geschäft (aufgrund der Corona-Situation können die Kunden nur einzeln in den kleinen Laden eintreten). "Es macht mir noch Spaß, aber bringen tut’s nichts", sagt sie: "Ich muss aber ein wenig leiser treten." Daher hat sie nur vormittags offen.

Fad wird der Vöcklabruckerin dennoch nicht, weil sie nach wie vor recht kreativ ist. Sie stickt Teddybären, knüpft Makramee-Textilien und bastelt Schmuck, was Kunden im Schaufenster bewundern und auch erwerben können.

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Artikel von

Gerhard Hüttner

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