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Salzkammergut

Tunnelsperre am Traunsee macht das Attersee-Ostufer zur Transitstrecke

Von Edmund Brandner 23. Mai 2019 04:37 Uhr

Tunnelsperre am Traunsee macht das Attersee-Ostufer zur Transitstrecke
Zwischen Ebensee und Traunkirchen ist die B145 gesperrt, der Verkehr wird weiträumig über den Attersee umgeleitet.

EBENSEE, TRAUNKIRCHEN. Berufspendler und Anrainer am Attersee werden diese Woche auf eine harte Probe gestellt.

Es ist fast so wie in den vergangenen Jahrhunderten: Das innere Salzkammergut ist von Oberösterreich aus in dieser Woche nur mit großen Mühen erreichbar – nämlich auf einer Umleitung über den Attersee und das Weißenbachtal.

Grund ist eine Totalsperre der Tunnelkette am Traunsee. Im Bartelkreuztunnel und im Sonnsteintunnel werden die Asphalt-Deckschicht und die Entwässerungseinläufe erneuert. "Weil es in Tunnels weder Wind noch Regen gibt, bleibt Reifenabrieb und anderer Feinstaub auf der Fahrbahn liegen", sagt Baustellenleiterin Franziska Obermaier von der Brücken- und Tunnelbaubehörde des Landes. "Das und andere Effekte vermindern die Griffigkeit der Fahrbahn. Ein paar Mal lässt sich die Oberfläche mit einer Fräse aufrauen, aber irgendwann muss die Deckschicht erneuert werden, und das geschieht jetzt."

Umleitung ist unumgänglich

Weil auch zwischen Bartelkreuz- und Sonnsteintunnel gearbeitet wird, lässt sich der Verkehr nicht auf die Uferstraße umleiten. Und auch eine ampelgeregelte einspurige Verkehrsführung ist nicht möglich, weil auf beiden Fahrspuren gleichzeitig gearbeitet werden muss.

Berufspendler haben es deshalb nicht einfach. Wer kann, fährt mit der Bahn, wie Horst Gaigg, Geschäftsführer des Technologiezentrums Salzkammergut. "Die Züge sind zu den Stoßzeiten sehr voll, und wenn ich morgens von Ebensee nach Gmunden fahre, bekomme ich nur noch einen Stehplatz", sagt er. "Ich bin aber trotzdem froh, dass es diese Alternative gibt."

Andere Pendler sind in ihrer Arbeit hingegen auf ein Auto angewiesen. Sie müssen den langwierigen Umweg über den Attersee nehmen und Staus in Kauf nehmen, die der Schwerverkehr verursacht.

Das Ostufer des Attersees ist in dieser Woche eine Transitstrecke – mit entsprechenden Belastungen für die Anrainer. "Es geht schon um drei Uhr früh los", sagt ÖVP-Bürgermeisterin Nicole Eder, die direkt neben der Straße wohnt. "Für Pendler habe ich ja Verständnis, aber der Schwerverkehr nervt schon."

Noch zwei Tage

Es gibt aber einen Trost für alle Betroffenen: In der Nacht auf Samstag werden die Arbeiten abgeschlossen und die Tunnelsperre wird wieder aufgehoben.

Artikel von

Edmund Brandner

Lokalredakteur Salzkammergut

Edmund Brandner
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