Lade Inhalte...

Salzkammergut

Strobler Kicker müssen im Dunkeln trainieren

Von Edmund Brandner 23. Oktober 2019 00:04 Uhr

Strobler Kicker müssen im Dunkeln trainieren
Der SK Strobl sucht verzweifelt einen neuen Trainingsplatz.

STROBL. Weil für die Flutlichtanlage des SK Strobl keine Genehmigung vorliegt, muss der Verein sie demontieren.

Seit rund 15 Jahren will der SK Strobl einen neuen Trainingsplatz errichten. Das Grundstück dazu wäre vorhanden, doch die Salzburger Umweltanwaltschaft blockiert das Projekt. Die Begründung: Das Areal grenze direkt an ein Naturschutzgebiet, und eine Flutlichtanlage würde dessen Insekten gefährden.

Doch damit nicht genug: Jetzt vertreibt die Behörde den Landesligaclub de facto auch noch von seinem bestehenden Trainingsplatz. Weil sich herausstellte, dass die Flutlichtanlage dort ohne Genehmigung errichtet und betrieben wurde, muss die Beleuchtung demontiert werden. Der Abrissbescheid ist bereits auf dem Postweg.

Ins Rollen gebracht haben diesen Schritt Anrainer, die sich über die Flutlichtanlage beschwerten und die Volksanwaltschaft einschalteten. Diese stellte zunächst fest, dass die Betriebsgenehmigung der Flutlichtanlage 2011 ausgelaufen war. Mittlerweile stellte sich aber auch heraus, dass die Anlage 1983 ohne Baugenehmigung errichtet worden war. "Das war uns nicht bekannt", sagt Bürgermeister Josef Weikinger, der damals noch nicht im Amt war.

"Existenzielle Bedrohung"

Für den Fußballverein stelle der Abrissbescheid aber eine "existenzielle Bedrohung" dar, sagt ein Vorstandsmitglied auf OÖN-Anfrage. Nicht nur, weil die Amateure nur abends trainieren können, sondern auch, weil die Nachwuchsteams ebenso betroffen sind.

Und es ist keine Lösung in Sicht. "Bei Nachbarvereinen zu trainieren ist praktisch unmöglich, weil wir dann ständig davon abhängig sind, welche Zeitfenster man uns lässt", heißt es. "Ein Ersatzgrundstück steht wegen der hohen Immobilienpreise am Wolfgangsee aber auch nicht zur Verfügung. Wir suchen ja schon seit 15 Jahren."

Die Vereinsführung zeigt Verständnis für die Nachbarn, die sich über das Flutlicht beschwerten. Frustriert sind die Funktionäre aber über mangelnden Rückhalt vonseiten des Salzburger Sportlandesrates Stefan Schnöll, "der nicht auf die Situation in Strobl aufmerksam wird".

Die letzte Hoffnung ist nun, dass der geplante Trainingsplatz doch noch errichtet werden kann. Ein Gutachten über ein neues Beleuchtungskonzept ist in Arbeit. Der Ball liegt danach wieder bei den Salzburger Behörden.

Interessieren Sie sich für diesen Ort?

Fügen Sie Orte zu Ihrer Merkliste hinzu und bleiben Sie auf dem Laufenden.

Artikel von

Edmund Brandner

Lokalredakteur Salzkammergut

Edmund Brandner
Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Salzkammergut

4  Kommentare expand_more 4  Kommentare expand_less