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"Nur eine schnellere Almtalbahn hat eine Überlebenschance"

GRÜNAU IM ALMTAL. Welche Zukunft hat die Almtalbahn? Politiker und ÖBB verhandeln derzeit über einen neuen, bundesweiten Verkehrsdienstevertrag – also darüber, wie viel die Steuerzahler für ein attraktives Zugsangebot zahlen müssen.

Einhellige Meinung: "Nur schnellere Almtalbahn hat Überlebenschance"

Teilweise setzen die ÖBB bei der Almtalbahn neue Triebwägen ein, die Fahrzeit für die Strecke Wels–Grünau beträgt dennoch mehr als eine Stunde. Bild: MANUEL LEITNER

Die aktuelle Vereinbarung zwischen Land und ÖBB läuft Ende 2019 aus. Dem Vernehmen wird der neue Vertrag zehn Jahr gültig sein.

Was heißt das für die 43 Kilometer lange Lokalbahn Wels – Grünau? "Das derzeitige Angebot wird erhalten bleiben", glaubt Vizebürgermeisterin Sigrid Grubmair (ÖVP) aus Pettenbach, die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft "Zukunftsfahrplan Almtalbahn". Darin erarbeiten Politiker und Unternehmer der Region sowie die EU-LEADER-Regionen Traunstein, LEWEL und Alpenvorland Ideen für einen langfristigen Bestand der Almtalbahn. Die bei einigen Workshops erarbeiteten Verbesserungsvorschläge werden noch heuer der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die wichtigste Devise: "Die Bahn muss schneller werden", sagt Agnes Pauzenberger aus Sattledt, die Geschäftsführerin der LEADER-Traunstein-Region in Gmunden. "Geht es so weiter wie bisher, werden Fahrgastzahlen sinken, die Bahn wird dann sterben."

Derzeit benötigen Züge 65 Minuten von Wels bis zum Endbahnhof. Um die Fahrzeit auf unter eine Stunde reduzieren zu können, müssen Bahnübergänge, möglicherweise auch Haltestellen aufgelassen werden. Viele Interessen sind berührt, Konflikte wahrscheinlich. Außerdem müssen wegen einer Verordnung des Verkehrsministeriums aus 2012 alle Bahnübergänge bis spätestens 2029 mit Ampeln oder Schranken gesichert sein. Die Kosten von bis zu 450.000 Euro tragen ÖBB und öffentliche Hand je zur Hälfte.

Zur Debatte: Die Elektrifizierung

Die ARGE verlangt auch einfach zu bedienende Fahrscheinautomaten, barrierefreie Züge, mit denen Räder leicht zu transportieren sind. Touristiker haben großes Interesse am Fortbestand der Bahn: "Wir haben auch über die Elektrifizierung diskutiert", sagt Pauzenberger. Die Vinschger-Bahn in Südtirol ist Vorbild: Die italienischen Staatsbahnen stellten die 60 Kilometer lange Strecke 1990 ein, 2005 übernahm das Land die nun höchst erfolgreiche Linie, die derzeit elektrifiziert wird.

Das Almtal setzt auf sanften Tourismus – Stichwort "Waldness" – und will künftig "CO2-freien Urlaub" anbieten – inklusive Verleih von E-Autos oder E-Bikes, mit denen Gäste vom Bahnhof Grünau den Wildpark und den Almsee erreichen können. "Für diese Ideen ist aber viel Meinungsbildung in den Gemeinden notwendig. Wer Bahn fährt, hat weniger Stress, kann die Reisezeit zum Lesen oder für Arbeit nützen", rührt Pauzenberger bereits die Werbetrommel.

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Artikel Friedrich M. Müller 15. März 2019 - 01:23 Uhr
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