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Lebenshilfe Bad Ischl schlägt Alarm: "Uns gehen die Zivildiener aus"

BAD ISCHL. Wegen des personellen Engpasses muss das Betreuungsangebot eingeschränkt werden.

Lebenshilfe Bad Ischl schlägt Alarm: "Uns gehen die Zivildiener aus"

Klient Christian Leitner mit dem Zivildiener Benedikt Schiffer (re.) Bild: Lebenshilfe

Die Lebenshilfe Oberösterreich betreibt in Bad Ischl eine Wohneinrichtung und eine Werkstatt. In letzterer werden 41 Menschen mit Beeinträchtigungen betreut. Zur Unterstützung der beiden Einrichtungen sind neun Zivildiener vorgesehen. Doch derzeit stehen nur zwei zur Verfügung, einer davon nur noch wenige Wochen. "Uns gehen die Zivildiener aus", sagt Werkstättenleiterin Regina Nußbaumer. "Wenn sich für den Mai-Turnus niemand meldet, fehlt uns Unterstützung beim Küchendienst, dem Fahrtendienst, in der Begleitung und vielem mehr."

Angebot muss gekürzt werden

Der Zivi-Mangel hat mehrere Gründe: Zum einen sind jetzt geburtenschwache Jahrgänge im Präsenzdienstalter. "In Bad Ischl kommt aber noch dazu, dass es hier auch andere Einrichtungen gibt, die Zivildiener brauchen", so Nußbaumer.

Die Lebenshilfe Bad Ischl kann es sich aufgrund der Sparmaßnahmen im Sozialbereich nicht leisten, zusätzliche hauptberufliche Mitarbeiter einzustellen. Sie ist deshalb gezwungen, das Angebot für ihre Klienten zu kürzen und die Arbeit zu komprimieren. Aus Sicht von Nußbaumer wirkt sich die Zivildiener-Knappheit aber auch langfristig negativ aus. "Viele unserer hauptberuflichen Mitarbeiter haben über den Zivildienst in diesen Beruf gefunden. So gesehen fehlen uns die jungen Männer doppelt."

Dass viele Zivildiener in der Lebenshilfe ihren Beruf finden, ist kein Zufall, denn die meisten sind von der Arbeit begeistert. "Der Umgang mit beeinträchtigten Menschen ist eine gute Möglichkeit, um seine sozialen Kompetenzen zu erweitern und er ist um einiges leichter, als ich dachte", sagt Benedikt Schiffer, der einzige Zivildiener in der Werkstätte. "Mein Aufgabenbereich ist sehr vielfältig. Je nach Arbeitseinsatz bin ich viel an der frischen Luft, kann mich kreativ austoben oder auch handwerklich betätigen."

Regina Nußbaumer würde sich über weitere junge Interessenten freuen und bietet ihnen auch Schnuppertage in der Werkstätte an. Infos unter Tel. 06132 / 25 819.

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Artikel Edmund Brandner 15. April 2019 - 03:48 Uhr
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