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Oberösterreich  > Salzkammergut

Hotel kämpft gegen Abschiebung von Kochlehrling

GOSAU. Die 150 Mitarbeiter des Hotels "Dachsteinkönig" bangen um ihren Kollegen Maisam.

Kochlehrling soll abgeschoben werden In Gosauer Hotel herrscht Verzweiflung

Maisam Rohestani mit dem stv. Hoteldirektor Mario Papst (li.) und Küchenchef Roland Rangger (re.). Bild:

Maisam Rohestani (22) wurde in Afghanistan geboren, wo seine Familie aber der iranischen Minderheit angehört. Sein Vater war Polizist, wurde von den Taliban verschleppt und von der Familie freigekauft. Danach flüchteten die Rohestanis in den Iran und Maisam alleine weiter nach Österreich, wo er vor vier Jahren ankam.

Hier begann alles gut für ihn. Nach mehreren Zwischenstationen kam Maisam in einer Gosauer Flüchtlingsunterkunft unter und wurde von den Einheimischen freundlich aufgenommen. Seit 2015 schießt er als rechter Flügelstürmer Tore für die ASKÖ Gosau in der 2. Klasse Süd. 2017 begann er eine Kochlehre im neu eröffneten Familienhotel "Dachsteinkönig" und verschaffte sich dort rasch Anerkennung. "Maisam spricht schon recht gut Deutsch", sagt Mario Papst, stellvertretender Hoteldirektor. "Er wird von allen sehr geschätzt und macht einen wirklich hervorragenden Job."

Lehrherren versuchen alles

Maisam wohnt inzwischen im Mitarbeiterwohnhaus des Hotels. Wenn der 20-Jährige Schwierigkeiten hat (wie beispielsweise im Schulfach "Englisch"), helfen ihm seine Kollegen. "Wir sind hier wie eine Familie", sagt Stefanie Jost, eine Kollegin von Maisam.

Umso größer ist die Bestürzung darüber, dass der Lehrling aufgrund der türkis-blauen Regierungsbeschlüsse jetzt abgeschoben werden soll – noch dazu nach Afghanistan, wo ihn die Einberufung zum Militär erwartet. Seine Lehrherren versuchten mit Hilfe eines Rechtsanwalts alles, um die Abschiebung abzuwenden, bisher allerdings ohne Erfolg. Die Behörden geben dem jungen Mann bis 22. Februar Zeit, seine Ausreise freiwillig anzutreten. "Das hier ist aber mein Zuhause", sagt Maisam unter Tränen. "Hier habe ich eine Familie gefunden."

"Absolut nicht nachvollziehbar"

Und die kämpft weiter für ihn. "Wir geben nicht auf", sagt sein Chef Mario Papst, der in der Zwischenzeit mit Menschenrechtsvereinen ebenso Kontakt aufnahm wie mit Vertretern der Landesregierung. Die Politik der Bundesregierung ist für den Hotelier auch aus wirtschaftlichen Gründen "absolut nicht nachvollziehbar", wie er sagt. "Gerade in einer Tourismusregion wie dem inneren Salzkammergut, in der Gäste aus aller Welt begrüßt werden, schieben wir unsere Talente ab. Dafür fehlt mir jedes Verständnis."

Die Hotelbranche sucht händeringend Kochlehrlinge und tut sich dabei in peripheren Gemeinden wie Gosau besonders schwer. "Wir hatten große Hoffnung, dass Maisam nach seiner Ausbildung bei uns bleibt", sagt Papst. "Er wäre eine echte Stütze für diesen Betrieb."

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Artikel Edmund Brandner 14. Februar 2019 - 04:37 Uhr
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