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Salzkammergut

Islam-Hasser provozieren mit Kreuz

Von Edmund Brandner  24. August 2021 15:16 Uhr

Anonyme Tätern stellten ein Holzkreuz samt Plakat auf.
privat

VÖCKLABRUCK. Anonyme Täter stellten auf der Baustelle für ein muslimisches Kulturzentrum ein Kreuz auf, um Stimmung gegen den Islam zu machen.

Die Aktion erinnert in ihrer Bösartigkeit und Dummheit an den Ku-Klux-Klan: Unbekannte Täter (es müssen mehrere gewesen sein) stellten in der Nacht auf Sonntag ein acht Meter hohes Holzkreuz auf der Baustelle für das neue Bosniakisch-Österreichische Kultur- und Bildungszentrum in Vöcklabruck auf, dazu ein 17 Meter langes Plakat mit der Aufschrift „Islamismuszentrum OÖ“. Auf dem Kreuz befestigten die Täter ein Schild mit einem Zitat von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), in dem dieser vom „Kampf gegen den politischen Islam“ spricht.

Der Verfassungsschutz ermittelt nun. Die rechte Plattform „Patrioten in Bewegung“ veröffentlichte auf ihrer Website Bilder vom Kreuz. Sie steht den Identitären nahe.

Verein setzt auf Dialog

Das in Bau befindliche Bosniakisch-Österreichische Kultur- und Bildungszentrum, das auch als Gebetshaus benutzt werden soll, hat die Stadtpolitik fast zehn Jahre lang beschäftigt. Zum einen, weil der ursprünglich vorgesehene Standort im Stadtzentrum nicht entsprechend gewidmet war. Zum anderen, weil einige der Anrainer dort heftigen Widerstand leisteten. 2017 einigte sich die Stadtpolitik mit dem bosniakischen Kulturverein auf einen Standort in der Ida-Pfeiffer-Straße. Dafür gab es eine breite politische Mehrheit (nur die FPÖ stimmte nicht zu). Der bosniakische Kulturverein selbst setzte stets auf Dialog und ist auch in ständigem Austausch mit den anderen Religionsgemeinschaften in der Stadt.

Umso größer ist nun in Vöcklabruck das Entsetzen über die gehässige Provokation durch anonyme Täter. „Ich bin erschüttert darüber, dass auf diese Weise Hass in unsere Stadt getragen wird“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Kölblinger (ÖVP). „Wir leben im besten Einvernehmen mit unseren muslimischen Mitbürgern. Diese Aktion lehne ich auf das Schärfste ab.“

Die Islamische Religionsgemeinschaft Oberösterreich spricht von „rechtsradikalen“ Tätern und von einem „Missbrauch religiöser Symbole“. Beim bosniakischen Kulturverein kommt zur Empörung auch Angst dazu. „Wir fragen uns, was als Nächstes kommt“, sagt Rusmir Smajlkovic, Schriftführer des Vereins. „Die können sich jederzeit erkundigen, wo wir wohnen.“

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Edmund Brandner

Lokalredakteur Salzkammergut

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