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Salzkammergut

Gmundner liefern einander den Strom gegenseitig

Von Edmund Brandner  29. Januar 2022 03:39 Uhr

Gmundner liefern einander den Strom gegenseitig
Vize-Bgm. U. Feichtinger, GR M. Prechtl-Grundnig, Chr. Hummelbrunner (KEM Traunstein) , Bgm. Stefan Krapf

GMUNDEN. Als erste Bezirkshauptstadt des Landes gründet Gmunden eine Energiegemeinschaft.

Seit wenigen Monaten gibt es in Österreich die Möglichkeit, Energiegemeinschaften zu gründen. Teilnehmen kann jeder: Kommunen, Unternehmen, Privathaushalte oder Vereine. Es müssen jedoch Besitzer von Photovoltaik-anlagen oder anderer Formen erneuerbarer Stromproduktion dabei sein. Und sie müssen durch ein einziges Umspannwerk miteinander verbunden sein.

Deutlich niedrigere Netzgebühr

Die einen liefern Strom und erhalten dafür mehr, als wenn sie ihn ins Netz speisen würden. Die anderen kaufen den Strom und zahlen dafür weniger, als wenn sie ihn von außen beziehen würden. Möglich macht es das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, das dafür sorgt, dass Erneuerbare Energiegemeinschaften weniger Netzgebühr bezahlen. Weil alle Teilnehmer am selben Umspannwerk hängen, belasten sie ja auch die Netz-Infrastruktur weniger. Das Gesetz hat das Ziel, dass mehr Photovoltaikanlagen errichtet werden und Österreich wie geplant die Energiewende bis 2030 schafft.

Die Stadtgemeinde Gmunden wird selbst Mitglied der Energiegemeinschaft und plant bereits die Errichtung zahlreicher PV-Anlagen. Auch das Technologiezentrum, der Salzkammergut Einkaufspark (SEP) und die Wirtschaftsinitiative haben schon Teilnahmeinteresse bekundet. Die Stadt lädt aber vor allem auch Privathaushalte ein, mitzumachen. "Je ausgeglichener innerhalb der Gemeinschaft die Balance zwischen Stromproduktion und -verbrauch gehalten werden kann, desto höher ist der finanzielle Nutzen für alle", sagt Martina Prechtl-Grundnig (Grüne), Vorsitzende des Ausschusses für Energie und Nachhaltigkeit. "Alle Teilnehmer behalten natürlich die bestehenden Verträge mit ihren bisherigen Stromlieferanten. Sie werden ja trotzdem noch zusätzlichen Strom beziehen."

Bürgermeister Stefan Krapf freut sich über die Initiative. "Damit leisten wir nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz", sagt er. "In einer Zeit, in der die Menschen so polarisiert sind wie heute, ist ein Projekt, das die Leute zusammen-bringt, besonders wertvoll."

Die Stadtgemeinde und die Klima- und Energiemodellregion Traunstein (KEM) werden in den kommenden Monaten die Gründung der Energiegemeinschaft vorbereiten. Im März oder April wird es dann eine Informationsveranstaltung für alle geben, die an einer Teilnahme interessiert sind.

Artikel von

Edmund Brandner

Lokalredakteur Salzkammergut

Edmund Brandner

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