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Salzkammergut

Wo ist Romeo? Junger Gmundner seit 2003 wie vom Erdboden verschluckt

Von Gary Sperrer   03. Oktober 2013 00:04 Uhr

Wo ist Romeo? Junger Gmundner seit 2003 wie vom Erdboden verschluckt
30. September 2003: Im gesamten Traunsteingebiet und weit darüber hinaus wurde fieberhaft zu Fuß und mit Hubschraubern nach Romeo gesucht.

GMUNDEN. Vor genau zehn Jahren verschwand 19-jähriger Maturant auf rätselhafte Art und Weise.

GMUNDEN. Am 30. September 2003 wurde im Traunsteingebiet eine der größten Suchaktionen von Bergrettung, Feuerwehr, Rotem Kreuz, Gendarmerie und Bundesheer durchgeführt, die es je gab. Gesucht wurde der damals 19-jährige Romeo B. Der Gmundner ist bis heute verschollen, sein Verschwinden gibt Rätsel auf.

Was trieb vor genau zehn Jahren den als hochintelligent beschriebenen Maturanten an, sich alleine und keineswegs alpinistisch ausgerüstet auf den Traunstein zu begeben? Faktum ist: Romeo hatte sich in Meditationstechniken der indianischen Schamanen vertieft und war davon überzeugt, im Einklang mit der Natur leben zu können, indem er sich nur von Wurzeln und Beeren ernährte und in Höhlen schlief. Um dies zu beweisen, wollte er offenbar eine Art Überlebenstraining im Traunsteingebiet durchstehen – und das fast nackt und bei nächtlichen Minusgraden.

Bereits am 21. September 2003 hatte die Bergrettung ausrücken müssen, um ihn aus aussichtsloser Lage an der sogenannten Kleinen Hefenstelle im westlichen Bereich des Traunsteinmassivs in Sicherheit zu bringen. Einen Tag später, am 22. September, war Romeo bereits wieder unterwegs. Seine Kleidungsstücke wurden in der Kaltenbach-Wildnis gefunden. Er selbst ist seither wie vom Erdboden verschluckt.

Eine erste kleinere Suchaktion unmittelbar nach dem Verschwinden war erfolglos geblieben, daraufhin wurde die erwähnte Großsuche organisiert, an der sich insgesamt 154 Helfer beteiligten. Zwischen Traunsee und Zwillingskogel wurde praktisch jeder Meter zu Fuß und mit drei Helikoptern durchkämmt, doch auch dieser Einsatz musste ergebnislos abgebrochen worden. „Das ist, wie eine Nadel in einem Heuhaufen finden zu wollen“, sagte damals Bergrettungs-Gruppenchef Hans Hauer.

Drei Wochen nach dem Verschwinden gab es eine Spur: Mit dem Fund weiterer Kleidungsstücke in der Kaltenbachwildnis, die von einem Bekannten eindeutig Romeo zugeordnet wurden, nährten sich Hoffnungen, wonach der Bursch noch am Leben sein dürfte. Stocksauer reagierten daraufhin viele jener Männer, die an der Suche teilgenommen hatten und sich nun veräppelt fühlen: „Der läuft vor uns davon, versteckt sich, und wir setzen unser Leben aufs Spiel.“

Viele Spekulationen wurden geäußert – etwa, dass sich Romeo B. ins Ausland abgesetzt haben könnte. Als wahrscheinlicher gilt jedoch ein tödlicher Unfall irgendwo in den Felsen des Traunsteins.

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