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"Wer einmal eingstiegen ist, der muss durch – einen Notausstieg gibt es nicht"

ST. LORENZ. Vor zehn Jahren errichtete der Mondseer Hans Gassner den Drachenwand-Klettersteig.

"Wer einmal eingstiegen ist, der muss durch – einen Notausstieg gibt es nicht"

Rund 15.000 Bergsteiger lockt der Klettersteig bei der Drachenwand jedes Jahr an. Bild: OON

Mit dem Klettersteig Drachenwand, den er vor zehn Jahren initiierte und verwirklichte, hat sich der Mondseer Bergfex Hans Gassner (67) auch als touristischer Impulsgeber für die Region erwiesen. Jährlich kommen bis zu 15.000 Kletterfreunde, um über den Klettersteig den Gipfel der Drachenwand in 1060 Metern Seehöhe zu erklimmen. Die meisten davon sind Tschechen, Slowaken, bayrische Kletterer und natürlich Österreicher.

"Steig nicht unterschätzen!"

Gerade im Jubiläumsjahr warnt Hans Gassner wieder davor, den Klettersteig nicht zu unterschätzen. "Wer einmal eingestiegen ist, der muss durchsteigen, einen Notausstieg gibt es nicht", so der geprüfte Bergführer, der auch vor Überholmanövern am Steig warnt: "Wer den Steig verlässt, kommt sofort in extrem brüchiges Gelände, kann Steine lostreten und damit andere gefährden." Die Beliebtheit dieses Klettersteiges liegt wohl darin begründet, dass er für geübte Kletterer mit entsprechender Kondition mäßig schwierig zu besteigen ist (Schwierigkeitsgrade B und C, an manchen Stellen auch D). Und nicht nur vom Gipfel der Drachenwand, sondern auch von der 2009 errichteten Hängebrücke gibt es einen wunderbaren Blick in das Mondseeland. Bis jetzt gab es im Jubiläumsjahr 2018 erst einen Bergrettungseinsatz, das hängt wohl auch damit zusammen, dass die Zahl der Kletterer bei brütender Hitze erheblich kleiner ist als an Tagen mit sommerlich-normalen Temperaturen.

"Wer einmal eingstiegen ist, der muss durch – einen Notausstieg gibt es nicht"

Hans Gassner (67)

Hans Gassner, der den Klettersteig bis heute für die Gemeinde St. Lorenz betreibt, erzählt auch gern Anekdoten aus der zehnjährigen Geschichte des Steigs. Eine betrifft ein Pärchen, bei dem der Mann seiner Freundin an einer ausgesetzten Stelle des Steigs einen Heiratsantrag gemacht hatte. "Das hat die junge Dame so beeindruckt, dass sie zuerst vor lauter Tränen gar nicht weiter klettern konnte", erinnert sich Gassner. Den Platz des Antrags nennt man seit damals Hochzeitsbankerl.

Einer klettert immer nackt

Besonders kurios ist auch ein Mann, der den Klettersteig immer wieder einmal zwar ausgerüstet, aber ohne Kleidung und Schuhe bezwingt. Die Eintragungen ins Klettersteigbuch des Thalgauers sind entsprechend knackig. "Barfuß und nackt."

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Artikel Norbert Blaichinger 10. August 2018 - 01:12 Uhr
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