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Von Übersee zum Traunsee: "Dieser Bergmarathon ist mein großer Traum"

GMUNDEN / BROOMFIELD. Ben Barthel hat bereits vor dem Start zum Traunsee-Bergmarathon mehr Kilometer als alle anderen zurückgelegt. Der 37-Jährige reiste aus Colorado an - der Liebe wegen.

Von Übersee zum Traunsee: "Dieser Bergmarathon ist mein großer Traum"

Ben Barthel aus Colorado kehrt beim Bergmarathon ins Salzkammergut zurück. Bild: PicTropical

Es war Liebe auf den ersten Schritt. Bei einem Wochenendausflug verliebte sich der Amerikaner Ben Barthel unsterblich. Da war er noch Student an der Universität Wien, forschte eifrig in der Biochemie und hatte seine Heimat Colorado für 15 Monate verlassen. Es war keine Frau, die Barthel den Kopf verdrehte und das Herz schwer machte. Das Salzkammergut mit seinen Hügeln und Tälern hatte es ihm angetan.

Die Kaiserstadt Bad Ischl, der glitzernde Gosausee und ein besonders prominenter Felsklotz am Ostufer des Traunsees. "Seit ich ihn das erste Mal gesehen habe, wollte ich immer auf den Traunstein. Aber niemand hat sich erbarmt. Jetzt werd’ ich es endlich hinkriegen", sagt Barthel. Denn seinen Urlaub verbringt der nunmehr 37-Jährige mit seiner Frau Kristen diesmal am Seeufer statt am Strand. Am kommenden Samstag, 1. Juli, wird er dort besonders viel Zeit verbringen. Ben Barthel wird mit Startnummer 333 beim Bergmarathon rund um den Traunsee seine langersehnte Wiedervereinigung mit dem Salzkammergut feiern.

70 Kilometer, 4500 Höhenmeter und den eigenen Schweinehund gilt es ab drei Uhr früh zu überwinden.

"Ich habe diesen Bergmarathon im Internet entdeckt. Seitdem ist er ein großer Traum", erinnert sich Barthel. Und weil er und seine Frau ja eh schon Ewigkeiten nicht mehr auf Urlaub waren, hat er sich gedacht, dass der die Gelegenheit dieses Jahr beim Schopf packt.

Ein Amerikaner und die große Unbekannte

"Kristen hat zwar zuerst gesagt, dass ich verrückt bin, aber ich konnte sie überzeugen und jetzt begleitet sie mich." Blöd sei nur, dass sie kein einziges Wort Deutsch spricht. "Aber auch das werden wir hinkriegen", zeigt sich Barthel optimistisch. Große Reden schwingt der 37-Jährige nicht – eher den Kochlöffel. In seiner Heimat, dem kleinen Städtchen Broomfield bei Colorado, läuft er Garten- und Küchenarbeit nicht davon. Auch, wenn er seine Zeit lieber auf den Graten der Rocky Mountains verbringt.

Die Strecke rund um den Traunsee kennt Barthel nicht. "Das ist alles Neuland für mich. Respekt habe ich vor allem vor den steilen Anstiegen. Die gibt es bei uns nicht in diesem Ausmaß." An der Kondition soll es bei dem Amerikaner aber nicht scheitern. Als Mitglied des "Rocky Mountain Runners Club", hat er bereits mehrere Läufe jenseits der Marathon-Distanz zurückgelegt. "Da fühlst du dich danach natürlich schrecklich. Aber wenn ein paar Tage vergehen und du daran denkst, wie du durch Wiesen voller Wildblumen oder vorbei an mächtigen Wänden gelaufen bist, dann willst du sofort wieder an den Start", erklärt Barthel seine Vorfreude auf das kommende Wochenende.

Die Rückkehr nach Österreich nutzen Ben und Kristen bereits seit einer Woche für ihr ganz persönliches Sightseeing. "Bevor wir nach Gmunden reisen, schauen wir uns noch den Großglockner an und wandern ein bisschen um den Gosausee. Ich habe mich so lange gefreut, hierher zurückzukommen und jetzt passt auch das Wetter noch so gut."

Wenn Barthel Freitagnacht mit 386 anderen Sportverrückten an der Startlinie steht, wird sich das ändern. Teils starker Regen ist vorausgesagt. "Ich hoffe, dass ich nach spätestens 15 Stunden das Ziel sehe."

 

Der 29. Bergmarathon rund um den Traunsee

Zum 29. Mal fällt am Samstag, 1. Juli, am Gmundner Rathausplatz der Startschuss zum Bergmarathon rund um den Traunsee.

70 Kilometer und 4500 Höhenmeter sind dabei zu überwinden. Auch auf den Halbdistanzen (jeweils knapp 35km) zwischen Gmunden und Ebensee wird gestartet. Knapp 900 Sportler werden insgesamt unterwegs sein.

Bereits am Freitag, 30. Juni, stehen die Kinder im Mittelpunkt. Auf fünf verschiedenen Disziplinen treten die Kleinen gegeneinander an. Sieger sind sie freilich alle.

Danach können sich die Sportler bei der Kaiserschmarrn-Party auf den Bewerb einstimmen.

Am 1. Juli stehen nicht nur Höhenmeter und Kilometer im Vordergrund. Bei der Benefiz-Wanderung (Beginn 10.30 Uhr) wird für Klaus Feichtinger gewandert.

Seine Kinder, Hannah und Marie, leiden an einem Gendefekt, seine Frau ist vor wenigen Monaten an Krebs gestorben.

Mit einer Spende von zumindest 20 Euro, die direkt an die betroffene Familie geht, bekommen Teilnehmer eine Schifffahrt von Gmunden nach Altmünster, ausreichend Verpflegung und einen hautnahen Eindruck vom Bergmarathon.

Alle weiteren Informationen finden Sie unter bergmarathon.at

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Artikel Gabriel Egger 29. Juni 2017 - 03:26 Uhr
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