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Salzkammergut

Viele Wege führen nach Gmunden – einer ist teuer

Von Gary Sperrer   25. März 2014

Viele Wege führen nach Gmunden – einer ist teuer

GMUNDEN. Bis 11. Juli werden an der B 145 zwischen Regau und Gmunden sieben Brücken saniert, das bedingt Umleitungen.

Seit nunmehr acht Tagen – genauer gesagt, seit Montag vergangener Woche – ist die Salzkammergut-Bundesstraße (B 145) zwischen der Autobahn-Anschlussstelle Regau und der Gmundner Poll-Kreuzung (auch als McDonald’s-Kreuzung bekannt) in Fahrtrichtung Gmunden gesperrt. Grund dafür sind Sanierungsarbeiten an insgesamt sieben Brücken. Richtung Vöcklabruck ist die Straße befahrbar, allerdings aufgrund der Bauarbeiten nur unter Einhaltung eines Tempolimits von 50 Kilometern pro Stunde.

Betroffen von der halbseitigen Sperre sind unter anderem unzählige Pendler, die täglich aus dem Raum Attersee/Vöcklabruck nach Gmunden gelangen müssen. Die Salzkammergut-Nachrichten haben drei Routen befahren, die benötigte Zeit gestoppt und die Kilometeranzahl gemessen. Annahme war ein imaginärer Pendler aus Seewalchen. Ausgangspunkt der Fahrt war jeweils die Agerbrücke zwischen Schörfling und Seewalchen, Endstation die Einfahrt zur Tiefgarage in Gmunden. Wichtig anzumerken ist, dass die jeweiligen Fahrten unter penibler Einhaltung der geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen erfolgten.

Route A – über die A1

Wir maßen 33 Kilometer und benötigten von der A1-Anschlussstelle Seewalchen über die Abfahrt Laakirchen West (Steyrermühl) und die B 144 durch Oberweis nur 25 Minuten. Was auffiel, war die Neigung zur Staubildung an der Kreuzung in Laakirchen. Je nach Tageszeit und Verkehrsaufkommen mag die Anfahrtszeit vor allem nach oben variieren, in Summe ist diese Strecke deutlich die schnellste. Sie bedingt jedoch eine gültige Autobahnvignette.

Route B – über Schwanenstadt

Für jemanden aus der Atterseeregion mag diese Streckenführung nur dann in Frage kommen, wenn man sich partout den Erwerb eines Autobahnpickerls ersparen will: 41 Kilometer, 40 Minuten Fahrzeit. Eher passend ist die Routenwahl für Vöcklabrucker, Attnanger oder Schwanenstädter. Denn von diesen Städten aus gerechnet, reduzieren sich Strecke und Zeit enorm. Ab Laakirchen gilt dasselbe wie für Route A: Zu bestimmten Tageszeiten kann es zu Staus kommen.

Route C – über die Großalm

Naja, in Wirklichkeit ist diese Wegführung eher etwas für Landschaftsgenießer, möchte man meinen. Von Seewalchen über Weyregg, Steinbach, den malerischen Taferlklaussee, Neukirchen bei Altmünster und Altmünster nach Gmunden zu fahren, dauere angesichts der Topographie doch zu lange. Irrtum! Hier herrscht vergleichsweise – egal, welche Tageszeit – der geringste Verkehr. Die 41 Kilometer wurden in knapp weniger als 39 Minuten bewältigt. Und daneben würden der Ausblick auf den schönen Attersee, die Fahrt hinauf zur Kien- und Taferlklause und die beschauliche Neukirchner Gegend nebst anschließendem Traunsee-Panoramablick lohnen, müsste man sich als Autofahrer lästigerweise nicht ständig auf die Straße und andere Verkehrsteilnehmer konzentrieren. Wer von Unterach, Weyregg oder Steinbach nach Gmunden fahren muss, wird wohl ohnedies diese Variante ins Auge fassen – mit oder ohne Sperre der B 145.

Route X – über den Tiefenweg

Besonders Orts- und Wegkundige werden sich vermutlich gefragt haben, warum denn die ebenfalls in Frage kommenden Strecken über Wankham und Sicking auf die liebevoll so genannte "Bauernautobahn" oder den Tiefenweg nach Wiesen und Pinsdorf nicht genannt wurden. Ganz einfach: Einheimische Eingeweihte kennen sie ohnehin. Und Tiefenweg? Dort besteht aufgrund von Kanalbauarbeiten derzeit ein allgemeines und als solches auch an beiden Zufahrten deutlich beschildertes Fahrverbot. Natürlich wäre diese Route grundsätzlich die deutlich schnellere und kürzere. Aber denken wir doch an die sonst lärm-, staub- und verkehrsgeplagten Anrainer.

Und selbst wenn wir das nicht tun, gibt es ein exekutives Element, das uns dabei hilft, die Regeln einzuhalten: Die Polizei kontrolliert das Fahrverbot scharf und ohne Kompromisse. Wer meint, dem Staatssäckel dennoch ein wenig Fülle verleihen zu müssen, ist herzlich dazu eingeladen: Einmal Missachtung des Verbots kostet 30 Euro bei Sofortbezahlung. Großzügigere "Spenden" nimmt die jeweils für den betroffenen und erwischten Lenker zuständige Bezirkshauptmannschaft via Anzeige und Zahlschein entgegen.

Grafik: Straßensperre und Ausweichrouten

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