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Vergessener Seitenarm der Traun wurde zu neuem Leben erweckt

BAD ISCHL. In der Kaltenbachau in Bad Ischl wurde ein alter Nebenarm der Traun neu geöffnet. Das verbessert den Hochwasserschutz, schafft Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen sowie Erholungsraum für den Menschen.

Vergessener Seitenarm der Traun wurde zu neuem Leben erweckt

Ernst Kranawetter am neuen Seitenarm in Bad Ischl Bild: ebra

Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde in Kaltenbachau ein Nebenarm von der Traun abgetrennt – nach den damaligen Vorstellungen von Flussregulierung. Jetzt rekonstruierte der Gewässerbezirk Gmunden den alten Nebenarm wieder. Am Montagabend wurde er geflutet und damit ein Fehler der Vergangenheit wieder gut gemacht.

Denn der 520 Meter lange Nebenarm erfüllt mehrere wichtige Zwecke. „Der Hochwasserschutz wird durch ihn beträchtlich verbessert“, sagt Ernst Kranawetter vom Gewässerbezirk. „Bei Hochwasser entlastet der Nebenarm den Hauptfluss und nimmt bis zu einem Drittel des Volumens der Traun auf. Dadurch sinkt deren Wasserspiegel um bis zu 30 Zentimeter.“

Artenvielfalt profitiert

Aber auch die Artenvielfalt am Bad Ischler Stadtrand profitiert vom erneuerten Nebenarm. „Die Kaltenbachau wird nun eine Kinderstube für Fischarten wie Äsche, Bachforelle oder Koppen“, sagt der Biologe Leopold Feichtinger vom Projekt Flussraumbetreuung Obere Traun. Der Experte geht davon aus, dass sich am Ufer des Nebenarms auch seltene Vogelarten wie Flussuferläufer oder Eisvogel ansiedeln werden. Neben dem neuen Flussbett errichtete der Gewässerbezirk auch Wasserbecken, in denen Schlangen, Kröten, Unken und Frösche ein Rückzugsgebiet finden werden.

Um den Nebenarm neu zu errichten, wurden in den vergangenen Monaten 19.000 Kubikmeter Erdreich abtransportiert. Rund 700 Fichten wurden gefällt. Ihre Wurzelstöcke gruben die Experten am Ufer ein, um es zu stabilisieren. Das Ufer wird in den kommenden zwei Jahren verwachsen, sich aber auch laufend Verändern – wie es einem natürlichen Flusslauf entspricht. „Für die Bevölkerung entsteht auf diese Art ein wunderbares Erholungsgebiet“, sagt SP-Bürgermeister Hannes Heide.

Möglich gemacht hat die Renaturierung der Kaltenbachau eine gebürtige Bad Ischlerin namens Juliane Schmid. Die Frau, die in Wien lebte und dort verstarb, vermachte ihrer Geburtsstadt 500.000 Euro mit der Auflage, das Geld gemeinnützig einzusetzen. Die Summe wurde nun dazu verwendet, ein Naturparadies im Süden der Stadt zu errichten – und die Traun ökologisch aufzuwerten.

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Artikel Edmund Brandner 09. November 2011 - 00:04 Uhr
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