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Salzkammergut

Tierleiden zu Silvester: "Appell an Vernunft hat keinen Sinn"

Von Gary Sperrer   30. Dezember 2014 00:04 Uhr

Das Leiden der Tiere zur Silvesterfeier: "Appell an Vernunft hat keinen Sinn"
Fachleute warnen davor, den Jahreswechsel im Wald böllerschießend zu feiern: Das Wild werde dadurch fürchterlichen Qualen und Stress ausgesetzt.

GMUNDEN/VÖCKLABRUCK. Tierarzt Stotter rät Besitzern von Hunden und Katzen, die Vierbeiner nicht alleine zu lassen.

Es gibt – so jene, die weniger für diplomatische Redensarten übrig haben – immer wieder "Narrische", die zu Silvester malerische, ruhige Waldgebiete wie den Grünberg bei Gmunden oder den Häfelberg bei Schörfling aufsuchen und ausgerechnet dort, wo sich Fuchs und Hase zu mitternächtlicher Stunde schon lange gute Nacht gesagt haben, meinen, Feuerwerkskörper und Böller abfeuern zu müssen. "Ein Wahnsinn", sagen dazu Tierschützer, Jäger und Tierärzte.

"Das ist eine absolute Qual für das Wild, das fährt jetzt auf Sparflamme und will so wenig wie möglich Energie verbrauchen", bestätigt ein Aufsichtsjäger aus dem Bezirk Vöcklabruck und setzt resignierend hinzu: "Aber gegen solche Leute kannst du gar nichts machen."

Der Gmundner Tierarzt Christian Stotter (Tierklinik Cumberland): "Jetzt ist ja der Schnee gekommen, aber davor war es relativ warm, und das Wild war praktisch noch nicht auf ‚Winterbetrieb‘." Die Tiere würden sich jetzt angesichts der Kälte niederlegen und sich sehr wenig bewegen. "Sie gehen zwar zur Fütterung, aber sie schlafen sehr viel. Jetzt ist es kalt geworden, und da haben sie den wirklichen Stress, denn sie müssen ihre Körpersysteme erst hochfahren. Wenn die jetzt erschreckt werden, müssen sie alles starten. Es ist eine irrsinnige Anstrengung, den Kreislauf wieder auf Betrieb zu bringen, das ist wirklich arg."

Haltern von Haushunden oder Hauskatzen rät Stotter Folgendes: "Man sollte sie nicht alleine im Haus oder in der Wohnung lassen. Manche Leute wissen schon, wie schlimm es sein kann, denn die haben etwa Valium- oder Acepromazin-Tabletten daheim und fangen dann ab 18 oder 19 Uhr an, das ihren Haustieren einzugeben, damit die dann schlafen. Denn die Tiere sind so arm und ängstlich, die pinkeln sich an." Dieses Problem gebe es weniger in Gmunden als vielmehr im urbanen Bereich, in größeren Städten. Falls das Geschieße tatsächlich nur von Mitternacht bis ein Uhr Früh dauere, wäre das Problem leicht zu lösen, so Stotter, "aber es wird ja von vier Uhr Nachmittag bis vier Uhr Früh durchgeschossen". An die Vernunft der Leute zu appellieren, nicht im Wald mit Böllern und Feuerwerkskörpern zu hantieren, habe im übrigen keinen Sinn, so Stotter. "Man muss sie eher mit dem Tierschutzgedanken packen. In diesen Tagen, wo so viel Geld für das Gekrache sinnlos ausgegeben wird, gibt es keine Vernunft mehr."

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