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Neuer Besitzer der Russenvilla plant Kunstmuseum im Berg

TRAUNKIRCHEN. Große Pläne in und um die Russenvilla. Doch weil Kreuzweg um einige Meter verlegt werden soll, regt sich in Traunkirchen Widerstand.

Neuer Besitzer der Russenvilla plant Bau eines Kun

Nur die oberste Etage des »Kunstspeichers« wird aus dem Berg ragen (rechts). Für die Besucher ist eine Tiefgarage geplant. Bild: Architekturbüro Stern

Jürgen Hesz ist ein geheimnisumwitterter Antiquitätenhändler, der sein Geschäftsnetz über den halben Globus gespannt hat. Der Welser Self-Made-Millionär ist aber auch ein Fan des Architekten Theophil von Hansen (1867 – 1913), Schöpfer des österreichischen Parlamentsgebäudes an der Wiener Ringstraße. Hesz sammelt seit Jahren Skizzen und Entwürfe des Klassizisten.

Vor vier Jahren krönte Hesz seine Sammlung. Er erwarb das erste Haus, das Hansen in Österreich errichtete: die Villa Pantschoulidzeff in Traunkirchen – besser bekannt als "Russenvilla".

Hesz und seine Familie wollen das denkmalgeschützte Gebäude zu ihrem Lebensmittelpunkt machen und nach Traunkirchen übersiedeln. Zu diesem Zweck soll die Villa renoviert und technisch behutsam modernisiert werden.

Doch der Antiquitäten-Zampano plant noch viel mehr. Im Inneren des Felsenkegels, auf dem die Russenvilla ruht, will Hesz einen Kunstspeicher errichten, dessen unterirdische Geschoße als Aufbewahrungsort für internationale Spitzenkunst dienen sollen. Der Speicher wird zudem öffentliche Kunstausstellungen beherbergen. Im obersten Geschoß, das aus dem Felsen über Traunkirchen ragt, will Hesz hochkarätige internationale Sammlungen präsentieren. Im Gespräch ist auch die Unterbringung eines archäologischen Museums des Traunkirchner Kulturvereins Archekult.

Jürgen Hesz würde mit seinen Investitionen nicht nur die seit rund 30 Jahren leer stehende Russenvilla vor dem Verfall bewahren. Aus Sicht des Kunsthistorikers Peter Assmann (Sommerakademie Traunkirchen) könnte Traunkirchen auch an seine große kunstgeschichtliche Vergangenheit anknüpfen. Der kleine Ort war in den letzten Jahren der Monarchie ein Tummelplatz für moderne Künstler wie Arnold Schönberg oder Richard Gerstl. Eine große Chance für den Ort sehen auch Touristiker wie der Hotelier Wolfgang Gröller.

Doch es gibt nicht nur Zustimmung, sondern auch Ablehnung. Der Grund: Hesz möchte den Kalvarienbergweg – der älteste Kreuzweg im Salzkammergut – im Bereich der Villa um einige Meter versetzen und als Panoramaweg mit Aussicht auf den Ort gestalten. "Davon würden auch die Traunkirchner profitieren", sagt Hesz. "Der alte Weg ist ohnehin in einem trostlosen Zustand und seit Monaten gesperrt."

"Will niemandem etwas Böses"

Doch das Murren der Bedenkträger in Traunkirchen blieb und wurde so laut, dass Hesz jetzt in die Offensive ging und am Montagabend der Bevölkerung seine Pläne im Klostersaal persönlich präsentierte. "Ich will niemandem etwas Böses", sagte er. "Ich möchte hier leben und meine Kinder hier zur Schule schicken." Die anwesenden Traunkirchner gingen nachdenklich nach Hause. Hesz ist optimistisch, dass er ihre Ängste noch abbauen kann.

Russenvilla

Die Villa Pantschoulidzeff wurde 1850 bis 1854 nach Plänen des Ringstraßenarchitekten Theophil von Hansen errichtet. Weil die Bauherrin eine russische Fürstentochter war, wurde das Haus stets „Russenvilla“ genannt. Die Villa beherbergte zahlreiche berühmte Besucher Traunkirchens, darunter Erzherzog Maximilian (der Bruder Kaiser Franz Josefs und nachmaliger Kaiser von Mexiko), den russischen Dirigenten Anton Rubinstein, Rainer Maria Rilke, Wilhelm Kienzl und Adalbert Stifter.

 

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Artikel Edmund Brandner 12. November 2014 - 00:04 Uhr
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