Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Sonntag, 18. November 2018, 15:46 Uhr

Linz: 5°C Ort wählen »
 
Sonntag, 18. November 2018, 15:46 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Salzkammergut

Naturfreunde erneuern ihre Schutzhütte auf dem Traunstein

GMUNDEN. Das Traunsteinhaus der Naturfreunde ist eine der prominentesten Schutzhütten Oberösterreichs, und seine wechselvolle Geschichte spiegelt die Historie Österreichs im 20. Jahrhundert wider. Doch das alte Steinhaus ist arg sanierungsbedürftig.

Naturfreunde erneuern nächstes Jahr ihre Schutzhütte auf dem Traunstein

Moderne Architektur auf 1580 Metern Seehöhe: Teile des alten Naturfreundehauses bleiben erhalten, werden aber vom neuen Gebäude umhüllt. Bild: OÖN

Wäre es ein Gastronomiebetrieb im Tal, hätte man das Gebäude längst durch ein neues ersetzt. Die hygienischen Bedingungen sind schlecht. Wenn Nächtigungsgäste zur Toilette wollen, müssen sie durch die Gaststube in den Keller. Umgekehrt zieht Rauch aus der viel zu kleinen Küche in die Schlafräume hinauf.

„Steinmauer bleibt erhalten“

Seit rund sieben Jahren planen die Naturfreunde Gmunden deshalb einen Umbau – und gehen nun erstmals mit Details an die Öffentlichkeit. Für rund eine Million Euro wird das Naturfreundehaus erneuert. „Die alte Steinmauer und Teile des Hauses bleiben stehen und werden den Kern des neuen Gebäudes bilden“, sagt Kurt Kramesberger, der vor kurzem neu eingesetzte Obmann der Ortsgruppe.

Entworfen wurde das neue Gebäude vom Steyrer Architekturbüro Schmid + Leitner, und das Team zeichnete eine Berghütte in modernem, zeitgenössischem Baustil. Weil sich der Grundriss des Gebäudes vergrößert, wird es für Gäste künftig mehr Platz geben. Derzeit existieren ein Dreibettzimmer, ein Schlaflager für 30 Personen und ein Notlager für sechs weitere Bergsteiger. Künftig wird es laut Kramesberger ebenfalls 39 Betten geben, aber mit ungleich mehr Komfort. Eine zweite Zisterne sichert die Trinkwasserversorgung besser ab, und am Dach soll eine große Photovoltaikanlage die Stromversorgung sichern.

Einen Großteil der Kosten übernimmt die Bundes- und Landesorganisation der Naturfreunde. Auf diese Art werden auch die Verkaufserlöse des Naturfreundehauses am Gmundnerberg rückgeführt. Die Naturfreunde Gmunden selbst bringen rund 100.000 Euro Eigenleistung in Form von Arbeitszeiten ein. Wobei die Solidarität über die Grenzen des Vereins und von Gmunden hinausgeht. „Von überall haben uns Bergsteiger und Freunde des Traunsteins bereits Unterstützung angeboten, was uns extrem freut“, sagt Kramesberger. „Die Arbeit auf 1600 Meter ist ja nicht einfach, alleine für den Auf- und Abstieg gehen ja schon Stunden drauf.“

Im Unterschied zu früher müssen zumindest die Bauteile nicht am Rücken auf den Berg geschleppt werden. Hubschrauber werden unter anderem den Beton für das Fundament und die Holzriegelwände auf den Berg fliegen.

Die Bauarbeiten beginnen im Februar 2013 und werden bis Mai 2014 dauern. Der Hüttenbetrieb bleibt in dieser Zeit aufrecht, wird aber stark eingeschränkt sein.

 

Ein Haus mit langer Tradition:

Das Traunsteinhaus wurde 1926/27 von den Naturfreunden errichtet, deren Gmundner Sektion 1915 gegründet worden war. 1934 verleibten sich die austrofaschistischen „Bergfreunde“ die Hütte ein, 1938 das Deutsche Jugendherbergswerk. Nach dem Krieg ging das Traunsteinhaus wieder an die Naturfreunde zurück. 1981 wurde die 1580 Meter hoch gelegene Hütte mit einem Funktelefon ausgestattet, 1997 mit einer Kläranlage.

Kommentare anzeigen »
Artikel Edmund Brandner 25. Juli 2012 - 00:04 Uhr
Mehr Salzkammergut

Schwerer Verkehrsunfall in Vorchdorf mit zwei Verletzen

VORCHDORF. In der Samstagnacht kam es in Vorchdorf (Bezirk Gmunden) zu einem schweren Verkehrsunfall.

Zwei Verletzte bei Küchenbrand

ATZBACH. Bei einem Küchenbrand in einem Wohnhaus in Atzbach (Bezirk Vöcklabruck) sind in der Nacht auf ...

Carsharingprojekte für Gmunden und Vorchdorf

GMUNDEN, VORCHDORF. Die Umweltausschüsse der Gemeinden Gmunden und Vorchdorf arbeiten gemeinsam mit der ...

Alfred Ziermayr: Kellner und Autor mit einem leichten Hang zur Melancholie

GSCHWANDT. Seit gut zwei Wochen ist das neueste, bereits fünfte literarische Werk des in Gschwandt ...

Großzügige Spende für die Stiftung "Fly & Help"

ST. GEORGEN/ATTERGAU. Der deutsche Abenteurer und Gründer der Stiftung "Fly & Help", Reiner Meutsch, war ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS