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Salzkammergut

Meeresfische als heimische Ware: „Konsumenten werden getäuscht“

Von Von Gary Sperrer   23. Februar 2009 00:04 Uhr

Der Mann, an dem sich die Geister scheiden: Leo Steinbichler wundert sich, in welchem österreichischen Meer es Makrelen gibt.

AURACH. Von vielen wird er als Agrarrebell bezeichnet, andere verspotten ihn als „selbsternannten Messias“, der bloß Staub aufwirbelt. Doch Fragen wird er wohl noch stellen dürfen, der Leo Steinbichler aus Aurach am Hongar.

„Ein Produkt aus Oberösterreich“ – mit dieser Banderole wirbt der Prospekt einer Supermarktkette für „Elfin Makrelen geräuchert“ und für „Elfin Makrelenfilet geräuchert, natur oder Knoblauch“. Der umstrittene Auracher Leo Steinbichler, Frontmann der Interessengemeinschaft (IG) Fleisch, stellt nun die Frage: „In welchem Meer in Oberösterreich schwimmen diese Makrelen?“

Laut Internet-Enzyklopädie Wikipedia kommen Makrelen in den Küstengewässern Nordamerikas, in der Nordsee, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer vor. Brutgebiete der Nordseemakrele befinden sich in der Irischen See und am Westrand der Norwegischen Rinne. Also alles Gebiete, wo das Land Oberösterreich keine Territorien oder Kolonien hält. Kein Wunder, dass die besagte Banderole bei aufmerksamen Beobachtern Verwirrung stiftet.

Damit werde wissentlich vorgetäuscht, dass es sich bei den beworbenen Makrelen um Produkte aus Oberösterreich handle, bekrittelt Steinbichler. „Zusätzlich verstärkt wird dieser Eindruck mit Abbildungen (im Prospekt, Anm.) von regionalen bekannten Naturlandschaften, zum Beispiel der Traunstein und Schloss Orth“, sagt der IG-Fleisch-Protagonist. Das sei Konsumententäuschung.

Leo Steinbichlers Verhältnis zu Agrarlandesrat Josef Stockinger ist bekanntermaßen und verständlicherweise alles andere als ungetrübt. So nimmt es nicht wunder, dass der Auracher mit einer weiteren Frage einen verbalen Nadelstich auf den VP-Politiker setzt: „Was sagt hierzu der zuständige Genusslandesrat, und wo ist hier der Konsumentenschutz?“

Wo Österreich drauf stehe, müsse Österreich drin sein, fordert Steinbichler – und darf sicher sein, dass seine Wortmeldung keineswegs einen Beitrag zum Ende des Agrar-Wortgemetzels „Leo gegen den Rest der Welt“ darstellt.

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