Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Freitag, 20. Juli 2018, 05:10 Uhr

Linz: 16°C Ort wählen »
 
Freitag, 20. Juli 2018, 05:10 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Salzkammergut

Koran-Aktion beunruhigt die Bürger

VÖCKLABRUCK. Die jüngste Verteilung der Koran-Ausgaben auf dem Stadtplatz stößt bei einigen Vöcklabruckern auf große Besorgnis. „Als Bewohner der Stadt sind wir extrem beunruhigt“, melden sich zwei OÖN-Leser zu Wort.

Koran-Aktion beunruhigt die Bürger

Zum zweiten Mal verteilten zwei junge Moslems kostenlose Koran-Ausgaben auf dem Vöcklabrucker Stadtplatz. Bild: Privat

Wie berichtet, sieht aber die Sicherheitsbehörde momentan keinen Anlass, die umstrittene Verteilung zu untersagen. Dazu steht auch Bürgermeister Herbert Brunsteiner (VP). Nach Prüfung durch die oberösterreichische Sicherheitsdirektion sei die Koran-Aktion unbedenklich und es gebe keinen Grund, dagegen einzuschreiten.

Zwei junge Moslems aktiv

Zwei junge Moslems aus Vöcklabruck hatten bereits Anfang April auf dem Stadtplatz deutsche Koran-Ausgaben verschenkt (die OÖN berichteten darüber). Am vergangenen Samstag verteilten sie wieder das heilige Buch der Moslems.

„Ich bin ein toleranter Mensch“, betont Brunsteiner, „und es gibt bei uns Religionsfreiheit“. Beim Islam handle es sich um eine gesetzlich anerkannte Religionsgemeinschaft, daher dürften religiöse Schriften verteilt werden.

Ähnlich sehen das auch andere Stadtpolitiker. Vizebürgermeister Hubert Mayer (SP) akzeptiert als Österreicher und Demokrat die anerkannte Religionsgemeinschaft. Wer allerdings hinter der Verteilaktion stehe, das müsste die Staatssicherheit prüfen. „Wenn die das für unbedenklich hält, kann man das nicht verhindern.“ Mayer spricht sich aber auch dafür aus, dies in Vöcklabruck auf der politischen Ebene zu diskutieren.

Mit Sorge und Skepsis verfolgt hingegen Stadtrat Günther Kroupa (FP) die Koran-Verteilung. „Eine Missionierung halte ich für bedenklich.“ Seiner Meinung nach müssten vor allem die christlichen Kirchen diese Sache aufgreifen. „Ich verstehe nicht, dass unsere Kirchen in Demut nichts tun.“ Wenn sich hinter der Koran-Verteilung ein salafistischer Hintergrund verstecke, dann müsste man das verbieten. „Wir brauchen solche moslemischen Bruderschaften nicht, die ins Extreme abstürzen“, sagt Kroupa auf OÖN-Anfrage.

Demokratie muss sich wehren

Stadtrat Stefan Hindinger von den Grünen hat grundsätzlich nichts dagegen, wenn jemand religiöse Schriften verteilt. Allerdings müsste man sich die Organisation dahinter genau ansehen: „Bei den religiösen Gruppen gibt es auch welche, die zumindest bedenklich sind.“ Keinesfalls dürfe man etwa radikal-islamischen Gruppierungen das Feld überlassen. „Hier muss sich die Demokratie wehren“, betont Hindinger.

In der Diskussion über das geplante bosnische Kulturhaus im Unterstadtgries zeichnet sich unterdessen ab, dass dafür eine Umwidmung notwendig ist, was sich Bürgermeister Brunsteiner aber nicht vorstellen kann. Stadtrat Kroupa fordert dazu auf, die Sorgen der Anrainer ernst zu nehmen. Er habe aus dem bosnischen Umfeld gehört, dass in der geplanten Einrichtung nur die islamische Kultur gefördert werde.

 

Kommentare anzeigen »
Artikel Gerhard Hüttner 08. Mai 2012 - 00:04 Uhr
Mehr Salzkammergut

Mit Helmut Palzinsky verliert das Mondseeland eine große Persönlichkeit

ZELL AM MOOS/TIEFGRABEN. In der Nacht von Montag auf Dienstag ist der Zeller Landarzt und Kulturvermittler ...

Winzigs Zeit in der WKO läuft 2019 ab: "Es gibt potenzielle Nachfolger"

VÖCKLABRUCK. 55-jährige VP-Politikerin wird mit WKO-Amt auch Wirtschaftsbundführung abgeben

ASKÖ Steyrermühl: Wie Phönix aus der Asche

STEYRERMÜHL. 2. Klasse Süd: Vor 13 Jahren stand der Club am Ende, jetzt steigt er auf in die 1. Klasse

Neue Wohnanlage in Vorchdorf: Bewohner haben gemeinsames E-Auto

VORCHDORF. In der innovativen Wohnanlage im Ortszentrum wird auch ein Ärztezentrum untergebracht sein

Arnbom schrieb ein Buch über die Villen am Attersee

STROBL. Bereits vor einem Jahr hat die Wiener Historikerin und Kulturmanagerin Marie-Theres Arnbom das ...
Meistgelesen   mehr »
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS