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Im Mondsee schlummert Energie, um ganze Region mit Wärme zu versorgen

MONDSEE. Energiemodellregion will mit Machbarkeitsstudie Fakten für mögliches Projekt erhalten.

Im Mondsee schlummert Energie, um ganze Region mit Wärme zu versorgen

Aus dem Mondsee kann man mit einer Wärmepumpe einfach Energie zum Heizen und Kühlen gewinnen. Bild: Hörmandinger

"Wir haben den See vor der Nase, da ist es naheliegend, dass wir darin gespeicherte Energie nutzen", sagt Stefanie Mayrhauser, Managerin der Klima- und Energiemodellregion Mondseeland. Sie sieht darin viel Potenzial für die Region.

Losgetreten wurde die Diskussion bereits vor Wochen durch den Vortrag des Schweizer Professors Alfred Johni Wüest, der auf Einladung des Vereins Energievision Attergau-Mondseeland und der Grünen über das Heizen und Kühlen mit Seen und Flüssen referiert hatte. Der Experte vom Wasserforschungsinstitut der ETH Zürich rechnete vor, dass der Mondsee durch eine Wärmepumpe locker Wärme für 10.000 Menschen liefern könnte. Die Abkühlung des Sees würde nur 0,03 Grad ausmachen.

"In der Schweiz ist das System schon gang und gäbe", betont Richard Niederreiter. Der Obmann des Vereins Energievision sieht auch hierzulande ein gewaltiges Potenzial, um diese Energieform zu nutzen. "Die Energie aus dem See herauszuholen, ist kein Problem, aber die Verteilung ist eine Herausforderung."

Um Fakten auf den Tisch zu bekommen, will Energiemanagerin Mayrhauser als nächsten Schritt eine Machbarkeitsstudie in die Wege leiten. Sie möchte dazu Universitäten und diverse Institute als Kooperationspartner gewinnen. "Ich kann mir vorstellen, eine Initiative zu setzen, Kontakte zu suchen und Gespräche zu führen", sagt Mayrhauser im Gespräch mit den OÖNachrichten. Nicht zuletzt will sie auch die Seebesitzerin und die Mondseelandgemeinden ins Boot holen. Eine wichtige Frage werde sein, ob für die Einleitung der Wärme aus dem See die bestehende Leitung der Nahwärme verwendet werden kann.

Die Gewinnung der Energie aus dem See funktioniert wie ein umgekehrter Kühlschrank: Dem See wird Wasser entnommen, eine Pumpe entzieht ihm die Energie, mit der private und öffentliche Gebäude geheizt und gekühlt werden können. Vorreiter dieser Technik ist die Schweiz, wo es etwa am Zürichsee mittlerweile vier Verbünde gibt, die 1115 Tonnen CO2 einsparen.

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Artikel Gerhard Hüttner 30. November 2017 - 00:04 Uhr
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