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Grüner Rettungsversuch der "Brücke" scheiterte

VÖCKLABRUCK. Abgeordnete von ÖVP und FPÖ, die zuvor einen regionalen Schulterschluss angekündigt hatten, fielen in Linz um.

Grüner Rettungsversuch der "Brücke" scheiterte

Das Sozialprojekt "Zur Brücke" steht in der bisherigen Form vor dem Aus. Bild: gh

Die Grünen sind mit ihrem Versuch gescheitert, die Vöcklabrucker Sozialeinrichtung "Zur Brücke" auf landespolitischer Ebene vor der Schließung zu retten. Ein entsprechender Initiativantrag des Grünen Landtagsabgeordneten Gottfried Hirz im Sozialausschuss wurde mit den Stimmen von FPÖ und ÖVP abgelehnt.

Seit 1997 werden im Gasthaus "Zur Brücke" Langzeitarbeitslose befristet beschäftigt, um ihnen zu helfen, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Die Finanzierung wird zu zwei Dritteln vom AMS und zu einem Drittel von der Landesregierung übernommen. Das AMS will die Einrichtung nun aber schließen, weil aus seiner Sicht die Erfolgsquote zu gering ist. Gemessen wird diese mit der Zahl der Klienten, die 92 Tage nach ihrer Zeit bei der Brücke immer noch arbeitslos sind.

Kein regionaler Schulterschluss

Hirz betrachtet diese Sichtweise als verkürzt. Die Eigenerwirtschaftungsquote des Gasthauses "Zur Brücke" für Juni 2017 bis Juni 2018 lag mit 330.000 Euro bei 46 Prozent, was durchschnittlich niedrigere Kosten pro Klient bedeute. Steuerleistungen und Sozialversicherungsbeiträge der Beschäftigten hätten Rückflüsse ins öffentliche System in der Höhe von 250.000 Euro gebracht. Zudem sei in dieser Zeit an die Klienten kein Arbeitslosengeld ausbezahlt worden.

Besonders verärgert ist Hirz aber über die beiden Vöcklabrucker Landtagsabgeordneten Rudolf Kroiss (FPÖ) und Elisabeth Köblinger (ÖVP, zugleich Sozialstadträtin in Vöcklabruck), die seiner Meinung nach umfielen. Ursprünglich hätten die beiden noch ihre Teilnahme bei einem regionalen Schulterschluss zur Rettung der "Brücke" zugesagt, der Text des Initiativantrages sei auch gemeinsam abgestimmt worden. Im Ausschuss stimmten sie aber im Sinne der Parteilinie dagegen.

Der Fördervertrag für das Sozialprojekt läuft nun Ende dieses Monats aus. "Das ist eine Riesenenttäuschung für die Verantwortlichen und Mitarbeiterinnen des Gasthauses sowie ein herber Schlag für eine soziale Arbeitsmarktpolitik", so Hirz. Ähnlich sieht es die SPÖ, die für den Initiativantrag stimmte. Welchen Wert diese Einrichtung für die Gesellschaft habe, sei außer Acht gelassen worden, ärgert sich LAbg. Hermann Krenn. Es sei schade, wie die Leute an der Nase herumgeführt worden seien, spielt er auf den Meinungsumschwung von VP und FP an. (gh, ebra)

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Artikel 11. Juni 2018 - 03:09 Uhr
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