Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Freitag, 17. August 2018, 16:51 Uhr

Linz: 29°C Ort wählen »
 
Freitag, 17. August 2018, 16:51 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Salzkammergut

Gedenken an Frankenmarkter NS-Opfer: "Der Gemeinderat muss dafür sein"

FRANKENMARKT, ZELL AM MOOS. 1944 wurde der Deserteur Alois Zierler von Nationalsozialisten in Zell am Moos erschossen.

Gedenken an Frankenburger NS-Opfer: "Der Gemeinderat muss dafür sein"

Frankenmarkts VP-Bürgermeister fordert eine Diskussion mit Fingerspitzengefühl. Bild: gh

Gemeinderat und Pfarrgemeinderat von Frankenmarkt erhielten kürzlich Post vom katholischen Theologen Andreas Pillichshammer in einer Angelegenheit aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Es geht dabei um den von drei fanatischen Haslauer Nazis am 26. Dezember 1944 gehetzten und schließlich ähnlich einer "Hasenjagd" zur Strecke gebrachten Frankenmarkter Landarbeiter und Fahnenflüchtigen Alois Zierler. Dieser hatte sich seit seiner Desertion 1942 mit Hilfe seiner Schwester zwei Jahre lang in den Wäldern rund um die Haslau, Gemeinde Zell am Moos, vor seinen Häschern verstecken können.

Pillichshammer hat beiden Gremien eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet, die geeignet wären, Zierler (und wohl auch seiner Schwester Josefa) ein Andenken im richtigen Licht zu bewahren. Frankenmarkts neuer Bürgermeister Peter Zieher (53) zeigt sich im Gespräch mit den OÖNachrichten Pillichshammers Vorschlägen gegenüber aufgeschlossen. Im Originalton: "Ich kann mir alles vorstellen, aber der Gemeinderat muss mehrheitlich an Bord sein." In einem Ausschuss (in den auch Pillichshammer eingebunden werden könnte) sollen die Vorschläge auf Umsetzbarkeit überprüft werden. Das Läuten der Totenglocke zum 75. Sterbetag Zierlers kann sich laut Zieher Frankenmarkts Pfarradministrator Dr. Anthony Ejeziem vorstellen, auch eine Benennung einer Straße nach Alois Zierler sowie weitere kleinere Gedenkmaßnahmen dürften kaum ein Problem sein.

Vielmehr werde es Fingerspitzengefühl brauchen, um eine Polarisierung innerhalb der Gremien sowie der Bevölkerung zu vermeiden. Erste Sondierungen des Bürgermeisters lassen jedenfalls vermuten, dass die Stimmungslage die ganze Bandbreite abdeckt – von einer Zustimmung zum Gedenken bis hin zum Wunsch nach einem Ruhenlassen der Ereignisse. Das hat wohl auch damit zu tun, dass jüngere und ältere Generationen unterschiedliche Zugänge zum schweren Erbe der NS-Zeit haben.

Kommentare anzeigen »
Artikel Norbert Blaichinger 09. August 2018 - 03:26 Uhr
Mehr Salzkammergut

Die kaiserlichen Festtage begannen mit einem Feuerwehreinsatz

BAD ISCHL. Nach Alarmanruf rückten 40 Mann aus, dabei kam der Rauch nur vom Kaiser-Dampfzug

Ufergemeinden ersticken im Verkehr

LENZING, SCHÖRFLING, SEEWALCHEN. Freiheitliche fordern ein gemeindeübergreifendes Vorgehen am Nordufer des ...

Vom Ruderboot zurück zum Laufsport

SCHÖRFLING. Andreas Englbrecht und Leyla Reshed waren beim 17. Sickinger Rundlauf die Schnellsten.

Warten auf Kiritog-Bier hat ein Ende

ALTAUSSEE. Heute Abend wird wieder ein ganz besonderer Altausseer Brauch zelebriert.

Am Dachstein engagiert

HALLSTATT. Ehrenamtlicher Arbeitseinsatz junger Naturfreunde.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS