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Ein Meister der Schönschreibkunst

VöCKLABRUCK. Der bekannte Vöcklabrucker Franz Bucar ist unerwartet im 90. Lebensjahr verstorben.

Ein Meister der Schönschreibkunst

Beliebt, geehrt, talentiert, fleißig und unverwechselbar: Franz Bucar lebt als großes Vorbild weiter. Bild: OÖN/Maxian

"Auf alle Fälle führt die Hoffnung weiter als die Furcht." Dieser Spruch von Ernst Jünger ziert das Sterbebildchen von Franz Bucar. Nicht in üblicher Form, sondern in einer dem Verstorbenen entsprechenden Art: Franz Bucar war ein Meister der Kalligrafie – der Schönschreibkunst.

Ungezählte kunstvoll gestaltete Urkunden und Schriftwerke schuf der 1925 geborene und kürzlich verstorbene Vöcklabrucker für zu ehrende Personen, darunter sehr viele, die sich für die Volkskultur verdient gemacht haben. Ehrenamtlich, versteht sich. Genau so ehrenamtlich, wie Franz Bucar seine Arbeit verstand. Auch ungezählt sind alle volkskulturellen Vereinigungen, für die er sein Können zur Verfügung stellte und bei denen er als Vorstandsmitglied führend mitwirkte.

Als Gründungsmitglied der Auracher Prangerschützen gestaltete Bucar nicht nur deren Fahne, er entwarf auch das Wappen. Gemeinde und Pfarre Aurach am Hongar waren für ihn Heimat, die Restaurierung aller Statuen und des Kreuzweges der Pfarrkirche eine Herzensangelegenheit. Mehr als 300 Kleindenkmäler in ganz Oberösterreich renovierte er oder ließ sie mit seinen unverwechselbaren Bildern in neuem Glanz erscheinen. Eine Reihe von Kleindenkmalpublikationen wurde von ihm illustriert. Den zweimal jährlich erscheinenden Mitteilungsblättern, die an mehr als 600 Mitglieder im In- und Ausland geschickt werden, gab er mit seinen Grafiken eine besondere Prägung und machte sie durch seine bewundernswerten Titelblätter zum Markenzeichen.

Für die gerade im Aufbau befindliche "Oö. Kleindenkmaldatenbank" hatte er bereits einen großen Teil der Zeichnungen geschaffen. Mit den Worten: "Ich gehe am Mittwoch ins Krankenhaus, aber eine Hüftoperation ist ja heute Routine", informierte Bucar die Leiterin des Arbeitskreises von der geplanten kurzen Unterbrechung dieser Arbeit.

Vom Land vielfach geehrt

Der Landesregierung blieb die Leistung Bucars nicht verborgen: Sie ernannte ihn bereits 1976 zum Konsulenten für Volkskultur und Heimatpflege. Weitere Ehrungen folgten durch Verleihung der Goldenen Verdienstzeichen der Republik und des Landes OÖ, der Kulturmedaille des Landes OÖ, des Ehrenzeichens der Stadt Vöcklabruck und des Ehrenringes der Gemeinde Aurach. Die Homepage seiner Heimatstadt Vöcklabruck nennt Bucar in einem Atemzug mit Künstlern wie Oskar Czerwenka, den Komponisten Günter Kahowez, die Schriftsteller Hans Eichhorn und Franzobel. In der Volkskultur darf man ihn mit Max Kislinger vergleichen, der als Maler, wie Franz Bucar, die frühere, abgekommene bäuerliche Kunst und Alltagswelt dokumentierte.

Bucars künstlerisches Talent zeigte sich bereits in der Jugendzeit. Er bildete sich ständig weiter in der Farbenlehre, Malerei, Zeichenkunst und eignete sich großes Können und eine Fertigkeit in vielen künstlerischen Techniken an. Sein erst 2013 veröffentlichtes Buch "Franz Bucar – Aquarelle – Zeichnungen – Drucke – Schriften" ist als Vermächtnis seines vielseitigen Schaffens zu werten.

Trotz dieses Arbeitsfleißes für die Kunst stand die Familie im Mittelpunkt. Den vier Söhnen ermöglichte er gemeinsam mit seiner Frau Rosmarie eine akademische Ausbildung und wies stets mit Stolz auf deren Familien mit der Enkelschar hin.

Der frühere Amtsdirektor des AMS Kirchdorf, Regierungsrat Franz Bucar, starb völlig unerwartet im 90. Lebensjahr. In seinem umfangreichen künstlerischen Schaffen lebt er für die große Zahl seiner Bewunderer, der Freunde der Volkskunst und der vielen Freunde und Kollegen im Forum Volkskultur weiter als bleibendes Vorbild.

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Artikel Alfred Herrmüller 24. April 2014 - 00:04 Uhr
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