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Salzkammergut

Ebensees letzter Greißler sperrte zu: „Der Walter war eine Institution“

07. April 2010 00:04 Uhr

Ebensees letzter Greißler sperrte zu: „Der Walter war eine Institution“
Er hatte immer ein freundliches Wort für seine Kunden: Greißler Walter Hubmer (li.). (Hörmandinger)

EBENSEE. Walter Hubmer, der letzte Greißler in der Salinengemeinde, hat nach exakt 42 Jahren und drei Tagen als selbständiger Kaufmann Lebewohl gesagt und seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten.

Es war ein tränenreicher Karsamstag in Hubmers Nah-und-Frisch-Geschäft in der Ebenseer Dr.-Rasper-Straße: Es flossen Tränen des Abschieds, der Freundschaft, der Wertschätzung und gegenseitigen Vertrauens. Stammkundin Paula Neuhuber bringt es auf den Punkt: „Er war eine Institution. Wir können es uns ohne ihn nicht vorstellen. Aber es gibt auch den Menschen Walter Hubmer. Und es wird Zeit, dass er sein Leben genießen kann.“

Für den Kaufmann mit Leib und Seele war Tagwache meist um 4.30 Uhr. „Mein Arbeitstag begann um fünf Uhr Früh und endete nicht vor 19 Uhr“, sagt Hubmer. „Und in der Mittagspause habe ich Kunden beliefert. Seit 15 Jahren habe ich außer Sonntag keinen einzigen freien Tag gehabt.“

Rustikal waren die Anfänge: „Nach meiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann habe ich mich mit der Übernahme des Kaufhauses Stingl in der Ischler Straße 1 am 1. April 1968 selbständig gemacht. Es war ein Lokal in Garagengröße. Zeit war noch keine Mangelware, Wartezeiten bis zu einer halben Stunde nicht unüblich. Das Sensationelle dabei: Die Kunden murrten nicht.“ Im Dezember 1994 wurde das jetzige Geschäftslokal eröffnet.

Ein Markenzeichen von Hubmer war sein Zustelldienst. Kein Weg war ihm zu weit, kein Ort zu abgelegen. Er belieferte die Gasselhöhle genauso wie das Hüttendorf und die Gastronomie am Feuerkogel.

Im Ruhestand möchte der Kaufmann der alten Schule Bergwandern, mit dem Boot auf dem Traunsee fahren, Fischen und vielleicht ein wenig Reisen. „Ich muss erst schauen, was mir Spaß macht, ich hatte in den letzten Jahren ja keine Möglichkeit für Freizeitaktivitäten. Richtig wünschen tue ich mir nur Gesundheit.“

Bevor Hubmer sein Greißlergeschäft für immer schloss, richtete er ein letztes Wort an seine Kunden: „Ihr seid mir über die Jahre zu Freunden geworden. Ich versichere euch, ich habe jeden Tag gerne für euch gearbeitet.“ Der MiniMarkt wird das Geschäftslokal übernehmen und den Betrieb mit Partyservice und Zustelldienst weiterführen.

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