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Der neue Glanz der Gmundnerhütte

GMUNDEN. Geblieben ist nur die Gemütlichkeit: Nach 400 Stunden Arbeit belebt der frische Duft von Zirbenholz die neue Gaststube der Alpenvereinshütte auf dem Traunstein. Heute wird sie eingeweiht.

Der neue Glanz der Gmundnerhütte

Bis zum 26. Oktober können sich hungrige Wanderer noch in der neuen Gaststube der Gmundnerhütte stärken. Dann kehrt auf dem Traunstein die Winterruhe ein. Bild: Fritz Wallner

Wenn sich Fritz Wallner frei nimmt, arbeitet er trotzdem. Genauso akribisch und mit demselben Einsatz. Nur 1200 Meter weiter oben. Seit zehn Jahren ist der 56-Jährige aus Gschwandt Hüttenwart der Gmundnerhütte auf dem Traunstein. Eine Herzensangelegenheit, wie er sagt.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Walter Lichtenwagner schraubt, bohrt, streicht und betoniert er in 1.666 Meter Seehöhe. Im Sommer, wenn es auf dem Traunstein wuselt. Und im Spätherbst, wenn es nur die Gämsen mitbekommen. Wenn die 111 Jahre alte Hütte mit Alterserscheinungen zu kämpfen hat, verleihen ihr Fritz und Walter wieder neue Frische.

Der neue Glanz der Gmundnerhütte

Neuer Glanz, alte Gemütlichkeit: Die neue Gaststube der Gmundnerhütte.

"Kein modernes Lokal"

Der heutige Freitag ist für die fleißigen Arbeiter zwar kein freier, dafür ein Feiertag. Die neue Gaststube, an der acht ehrenamtliche Helfer gemeinsam 400 Stunden lang gearbeitet haben, wird eingeweiht. Nur eineinhalb Wochen dauerte der Umbau im September vergangenen Jahres. "Die letzten Leisten hab’ ich aber erst vor sieben Tagen montiert. Jetzt ist alles fertig", sagt Wallner. 70.000 Euro und viel Schweiß kostete die Neugestaltung.

"Wir wollten den urigen, gemütlichen Charakter der Hütte bewahren und sie nicht wie ein modernes Lokal einrichten", sagt Wallner. Das ist gelungen: Die neue Holzverkleidung duftet nach Zirbe, die Tische sind aus Birnenholz gefertigt. Auf den neuen Sitzpolsterungen lässt sich der "Hüttenzauber" bis in die späten Abendstunden verlängern. Aber nur mehr bis zum 26. Oktober.

Der neue Glanz der Gmundnerhütte

Wirt Gerald Auinger mit Frau Sandra

Dann schließt Hüttenwirt Gerald Auinger Türen, Fenster und die Saison ab. Ein außergewöhnliches Jahr sei es gewesen. Viel Arbeit, aber noch mehr Freude. 1400 Nächtigungen konnte die Gmundnerhütte in der heurigen Saison bereits verzeichnen. "Das Wetter hat die Wanderer und uns heuer besonders verwöhnt. Es waren sechs wunderbare Monate", sagt Auinger. 16 Jahre ist er bereits Herr des Hauses. Traunsteinmüde ist Auinger dabei nie geworden. "Ans Aufhören denke ich überhaupt nicht. Schon gar nicht, wenn ich jetzt so eine neue schöne Stube habe", sagt er und lacht.

Wenn Auinger dem Traunstein Ende Oktober "Auf Wiedersehen", sagt, werden Fritz Wallners Gedanken schon wieder um die nächste Saison kreisen. Die kleine Terrasse im hinteren Bereich der Hütte soll saniert werden. "Damit auch der Wirt und seine Mitarbeiter einen schönen Rückzugsort haben."

 

Die Gmundnerhütte

111 Jahre ist die Gmundnerhütte alt. Sie wurde am 6. Oktober 1907 feierlich eröffnet. Damals war sie nur acht mal fünf Meter groß. 14 Jahre später wurde sie erstmals vergrößert. Zuletzt wurde die Hütte im Jahr 2007 generalsaniert.

16 Saisonen hat Gerald Auinger mit seiner Frau Sandra bereits auf dem Traunstein verbracht. Zuvor arbeitete der Gmundner als Koch in der Adamekhütte auf dem Dachstein und half auf dem Krippenstein mit.

200 Tagesgäste bewirten Gerald Auinger und sein Team an schönen Sommertagen. In der laufenden Saison verzeichnete die Gmunderhütte bereits 1400 Nächtigungen. Die Hütte bietet Schlafgelegenheiten für 43 Personen. Geöffnet ist die Hütte in 1666 Meter Seehöhe von 1. Mai bis 26. Oktober.

 

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Artikel Gabriel Egger 12. Oktober 2018 - 02:17 Uhr
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