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Den Menschen, nicht den Bettler sehen

28. November 2014, 06:58 Uhr
Den Menschen, nicht den Bettler sehen und Regeln für das Spenden machen
Bild: colourbox.com

VÖCKLABRUCK. Die Advent- und Weihnachtsmärkte werden in den kommenden Wochen viele Besucher anziehen. Hans Übleis vom Armutsnetzwerk gibt Tipps zum Umgang mit bettelnden Menschen.

"In Vöcklabruck wie in vielen anderen Städten sind bettelnde Menschen auf Straßen und Plätzen zu sehen", sagt Hans Übleis vom Armutsnetzwerk Vöcklabruck (sozialzentrum.org/armut).

"Für viele ist es irritierend, so unmittelbar damit konfrontiert zu werden." Übleis gibt deshalb Tipps zum Umgang mit bettelnden Menschen.

 

Betteln ist Ausdruck von Armut.

"Es sind Menschen, die aufgrund ihrer elenden Lebensverhältnisse in der Heimat zu uns kommen", betont Übleis. Der Versuch, mit Gesetzesverschärfung diese Problematik zu lösen, greife zu kurz. Denn: "Armut lässt sich mit Verboten nicht beseitigen."

Den Menschen, nicht den Bettler sehen!

"Sehen Sie im anderen den Menschen. Schenken Sie dieser Person einen freundlichen Gruß, Ihre Aufmerksamkeit oder eine von Ihnen festgelegte Zeit", empfiehlt Übleis. Diffuse Ängste, aber auch überbordendes Mitgefühl sollte man in den Hintergrund rücken.

Sie persönlich entscheiden, ob Sie helfen oder nicht.

Je klarer die eigene Haltung ist, desto unmissverständlicher ist die Kommunikation.

Wenn man sich belästigt fühlt, kann man die Ablehnung deutlich zeigen, indem man Nein sagt und nichts gibt.

"Sie können keinen Kontakt aufnehmen oder einen angefangenen Gesprächskontakt auch abbrechen. Sie können – ohne aggressiv zu werden – Nein sagen", betont Übleis.

Helfen ist immer Begegnung.

"Fühlen Sie sich in den anderen hinein und bewahren Sie gleichzeitig eine professionelle Distanz", rät Übleis. "Wie, in welcher Form und Höhe Sie helfen, ist Ihrem freien Ermessen überlassen." Man kann Bettler auch mit Informationen helfen, wo sie Hilfe erhalten (etwa der Mittagstisch im "Elisabeth-Stüberl").

Machen Sie sich selbst Regeln.

Übleis empfiehlt, Regeln für sein persönliches Spendenverhalten zu machen, etwa einen wöchentlichen Höchstbetrag festlegen. "Damit ersparen Sie sich bei Begegnungen mit Bettlern eine Einzelfallprüfung und ein schlechtes Gewissen", sagt er.

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