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Salzkammergut

Aus sechs Orten wurde eine Region: Tourismusverband Almtal ist gegründet

Von Edmund Brandner   22. Januar 2013

Aus sechs Orten wurde eine Region: Tourismusverband Almtal ist gegründet
Das Almtal ist ein perfektes Urlaubs- und Ausflugsgebiet für Familien – das sich bisher aber nicht konsequent vermarktete.

VORCHDORF. Nach jahrelangen Vorbereitungsarbeiten wurde am Montag der mehrgemeindige Tourismusverband Almtal aus der Taufe gehoben.

Bei einer konstituierenden Vollversammlung in Vorchdorf wählten Vertreter aus allen sechs Almtalgemeinden einen achtköpfigen Torismusvorstand sowie den Geschäftsführer Stefan Schimpl (siehe unten). Bei der Auswahl der Funktionäre wurde besonders auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Gemeinden geachtet. Zum Obmann des Tourismusverbandes wurde gestern der Scharnsteiner Christian Steinhäusler vom Campingplatz Almtcamp Schatzlmühle gewählt.

Die Tourismusregion Almtal ist die zehnte Subregion des Salzkammerguts und umfasst die Gemeinden Grünau, Scharnstein, Pettenbach, St. Konrad, Vorchdorf und Bad Wimsbach-Neydharting. Der Schulterschluss ist auch deshalb bemerkenswert, weil sich die sechs Orte auf drei Bezirke (Gmunden, Kirchdorf, Wels-Land) verteilen.

Der neue Almtal-Tourismusdirektor Stefan Schimpl wird das Almtal von einem Regionsbüro im Gemeindeamt Grünau aus gemeinsam mit drei Mitarbeiterinnen leiten. Geografisch betrachtet ist die neue Tourismusregion ein Riese: Vom Almsee bis zur Almmündung in Bad Wimsbach-Neydharting sind es 54 Kilometer. Von den Nächtigungszahlen ist das Almtal ein vergleichsweiser kleiner Fisch: Rund 160.000 Nächtigungen wurden im Vorjahr in den sechs Orten gezählt.

Perfekt für Tagesausflüge

Doch um so größer ist das Potenzial, das es zu heben gibt – und dabei geht es nicht ausschließlich um Nächtigungsziffern. Auch als Tagesausflugsgebiet ist das Almtal mit guter Anbindung zum oberösterreichischen Zentralraum ein Hoffnungsgebiet.

Die erste große Tourismusinvestition in diesem Jahr hat durchaus Symbolcharakter. Unter dem Titel „Genuss am Fluss“ soll für rund 600.000 Euro noch in diesem Jahr eine durchgehende Rad- und Wanderroute entlang der Alm entstehen.

Darüber hinaus geht es aber auch darum, die bereits vorhandenen touristischen Angebote zu verknüpfen und unter dem gemeinsamen Titel „Almtal“ am Tourismusmarkt zu vermarkten. „Indem wir unter dem Dach des Salzkammergut-Tourismus sind, können wir hier auf perfekte Ressourcen zugreifen“, sagt Tourismusdirektor Stefan Schimpl.

 

Stefan Schimpl im OÖN-Kurzinterview

Der 38-Jährige aus Gschwandt wurde am Montag zum ersten Geschäftsführer der Tourismusregion Almtal bestellt.
 

OÖN: Was wird Ihre erste Aufgabe im Almtal?

Stefan Schimpl: Zuerst geht es um den organisatorischen Aufbau. Das erste konkrete touristische Projekt ist die Umsetzung eines Rad- und Wanderweges entlang der Alm unter dem Titel „Genuss am Fluss“.
 

OÖN: Müssen Sie noch viel Überzeugungsarbeit leisten?

Stefan Schimpl: Einzelne sind vielleicht noch nicht so vom touristischen Zusammenschluss überzeugt, aber die Bürgermeister und der Verein VERA haben hier bereits viel Vorarbeit geleistet. Klar ist: Wenn es der Region gut geht, haben alle etwas davon, und das touristische Potenzial im Almtal ist groß. Das sichert lokale Arbeitsplätze. Und selbst wenn einzelne nicht unmittelbar vom Tourismus profitieren – sie sind auch die Nutznießer eines gut entwickelten Freizeitangebotes.

OÖN: Mit den Kasbergbahnen gibt es nur einen einzigen großen touristischen Leitbetrieb im Almtal. Macht Sie das nicht sehr abhängig?

Stefan Schimpl: Vergessen Sie nicht das Moorbad in Bad Wimsbach-Neydharting, den Tierpark Grünau und andere Betriebe! Aber es stimmt schon: Wir werden uns breiter aufstellen. Auch bei den Themen Mountainbiking und Reiten sehe ich noch Potenzial. Und vergessen Sie nicht kulturelle Highlights wie die Serisenburg in Pettenbach oder die interessanten Museen in der Region.
 

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