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Salzkammergut

Anhänger einer zerstörten Badewiese demonstrieren

Von Edmund Brandner   03. September 2013 00:04 Uhr

Anhänger einer zerstörten Badewiese demonstrieren
Ein Murenabgang im Juni zerstörte die Karbach-Halbinsel. Seither herrscht Betretungsverbot – und alles blieb liegen.

GMUNDEN. Weil die kultige Halbinsel am Traunsee-Ostufer nach dem Murenabgang vor drei Monaten noch immer gesperrt ist, rufen Bootsfahrer zu einem Flash-Mob am Wasser auf.

Vor der Halbinsel Karbach am Ostufer des Traunsees findet am kommenden Samstag zwischen 16 und 17 Uhr ein Flash-Mob am Wasser statt. Organisiert wird die Kundgebung via Facebook, erwartet werden Dutzende Segel-, Motor- und Schlauchboote. Auch Kanufahrer und Luftmatratzen-Kapitäne sollen dabei sein.

Behördliches Betretungsverbot

Die Teilnehmer des Flottenmanövers haben nur eine Forderung: Sie wollen, dass die Karbach wieder öffentlich zugänglich gemacht wird. Seit der Bach und die Halbinsel am 2. Juni von einer Mure verschüttet wurden, herrscht behördliches Betretungsverbot, und die de facto nur über den Seeweg erreichbare Jausenstation ist geschlossen. „Wir fordern, dass die Badewiese wieder instandgesetzt wird und dieses Naherholungsgebiet für die Öffentlichkeit gerettet wird“, sagt Jochen Kern aus Traunkirchen – einer der Flash-Mob-Teilnehmer.

Dass die Halbinsel immer noch ein Trümmerfeld ist, liegt vor allem an einem heftigen Konflikt zwischen Florian Vogl, dem Betreiber der Jausenstation, und der Mineral Abbau GmbH (einem Tochterunternehmen des Strabag-Konzerns), die über der Halbinsel auf 50 Hektar einen Steinbruch betreibt. Aus Sicht Vogls hat Mineral die Mure mit ausgelöst. Der Konzern habe ein Geschiebesicherungsbecken im Karbach nicht regelmäßig geräumt und Schlamm in das Bachbett eingebracht, der am 2. Juni wie ein Schmiermittel die Mure verstärkt haben soll.

Vogl machte bereits im Vorjahr die Bezirksbehörde auf diese Gefahr aufmerksam. Unterstützt wurde er damals vom Geologen Roman Lahodynsky von der Universität für Bodenkultur in Wien. Sollte eine Katastrophe eintreten, warnte der Wissenschaftler damals, dürfe man „nicht von einem ‚Naturereignis‘ sprechen, da menschliches Handeln zumindest einen bedeutenden Beitrag geleistet hat.“

Strabag weist Vorwürfe zurück

Die Strabag weist jeden Vorwurf von sich. „Von der Bezirkshauptmannschaft und der Gemeinde Gmunden wurde im Juni festgestellt, dass uns kein Verschulden trifft und das Geschiebe dem gesamten Zustrombereich des Karbaches zuzuordnen ist“, sagt Unternehmenssprecherin Diana Klein und bezeichnet Vogls Vorwürfe als „persönlich motiviert.“

Dieser kündigt indessen nun weitere Gutachten an und will Anzeigen erstatten – möglicherweise auch gegen Behördenvertreter, von denen er sich im Stich gelassen fühlt. „Die Republik steht auf dem Prüfstand“, sagt er.

Was in der aufgeheizten Situation auf der Strecke bleibt, ist die Karbach selbst. Die Halbinsel könnte innerhalb weniger Tage vom Gestein befreit werden, heißt es. Die Baumaßnahmen zur Sicherung des Baches würden dagegen Jahre dauern. Begonnen wurde weder das eine noch das andere. Die Bundesforste als Grundeigentümer und die Strabag legen keine Eile an den Tag. Gerüchten zufolge auch deshalb, weil Vogls Pachtvertrag irgendwann ausläuft.

„Wir wollen uns in den Streit nicht einmischen“, sagt Jochen Kern. „Wir wehren uns nur dagegen, dass ein einzigartiges Naherholungsgebiet am Traunsee verloren geht.“

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