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Alle Rettungsversuche sind gescheitert: "Zur Brücke" sperrt Ende August zu

VÖCKLABRUCK. Sozialzentrum hat mit Trauer das Aus des sozialökonomischen Projekts bekanntgegeben.

Alle Rettungsversuche sind gescheitert: "Zur Brücke" sperrt Ende August zu

Hans Übleis, Lydia Seemayer, Johann Brandstätter und Waltraud Schobermayr vor dem Gasthaus „Zur Brücke“, das mit 31. August zusperren muss. Bild: gh

"Mit Enttäuschung und Trauer" hat der Verein Sozialzentrum gestern das endgültige Aus für das Restaurant-Café "Zur Brücke" verkündet: Das sozialökonomische Projekt und damit das Gasthaus wird per 31. August geschlossen.

21 Jahre lang wurden aus Mitteln des Arbeitsmarktservices und des Landes Oberösterreich Langzeitsarbeitslose beschäftigt und eine Brücke in das Erwerbsleben gebaut. Alle Bemühungen über alternative Ideen und Konzepte zur Fortführung sind gescheitert. Beim Rettungsversuch im Landtag haben die Regierungsparteien VP und FP gegen die Weiterführung der "Brücke" gestimmt.

"Wir sind traurig, weil Arbeitsplätze verloren gehen", sagen Waltraud Schobermayr, Obfrau des Sozialzentrums, und ihr Stellvertreter Hans Übleis: Langzeitarbeitslose hatten Arbeit, zahlten Sozialabgaben und erwarben sozialversicherungsrechtliche Ansprüche, Arbeitslosengeld musste während ihrer Anstellung im Projekt nicht bezahlt werden.

"Mit Bedauern müssen wir feststellen, dass das Hilfsangebot Brücke nicht mehr als förderungswürdig angesehen wird", betonen die Vertreter des Trägervereins. "Es stirbt ein Hilfsprojekt, das Sinn gemacht hat, und zurück bleibt ein Mehr an Ignoranz, Perspektivenlosigkeit und sozialer Kälte."

In den 21 Jahren seines Bestehens hat das Gasthaus ein große Zahl an Stammgästen gewonnen. "Die Gäste sind bestürzt", schildert Johann Brandstätter, Geschäftsführer der "Brücke". "Sie fragen sich: Wo sollen wir jetzt hingehen?" Mit der Brücke schließt ja bereits das zweite Gasthaus im Stadtzentrum innerhalb weniger Wochen.

Die sieben Schlüsselarbeitskräfte, die die Projektmitarbeiter geschult haben, müssen sich jetzt einen neuen Job suchen. Das Ende der "Brücke" sei ein Verlust für Vöcklabruck, betont Übleis. Die Stadt verliere ein tolles Wirtshaus und einen Treffpunkt, das tolle hauptamtliche Team verliere ihre Jobs und langzeitarbeitslose Menschen verlieren eine Perspektive. Ob’s zum Aus der Brücke noch eine Protestaktion gibt, ist unklar. "Mir fehlt die Kraft für Protest", sagt Übleis resigniert.

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Artikel Gerhard Hüttner 04. Juli 2018 - 00:04 Uhr
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