Lade Inhalte...

Oberösterreich

Sängerin wurde bei Maturaball beinahe von herabfallender Platte erschlagen

Von Gerald Winterleitner  21. Mai 2022 13:45 Uhr

Das von der Decke des Stadtsaals herabgestürzte Akustikpaneel verletzte nicht nur drei Frauen, sondern zerstörte auch Instrumente der Band „Seven Up“. 

STEYR. Drei Frauen wurden während der Mitternachtseinlage verletzt, nachdem sich ein Akustikpaneel über der Bühne gelöst hatte.

„Einerseits bin ich dankbar, andererseits frage ich mich schon, wie so etwas passieren kann“, sagt Elisabeth Maier. Die 42-jährige Sängerin der Sierninger Party-Band „Seven Up“ war am Samstag beim Maturaball der HLW Steyr kurz nach Mitternacht auf der Bühne des Steyrer Stadtsaales von einer plötzlich herabfallenden Spanplatte am Nacken direkt neben dem Ohr getroffen worden. Zwei Maturantinnen, eine 19-Jährige aus dem Bezirk Perg und eine 20-Jährige aus dem Bezirk Amstetten, wurden von dem rund eineinhalb mal eineinhalb Meter großen Akustikpaneel ebenfalls gestreift. Während die eine leicht verletzt mit dem Schrecken davonkam, erlitt die zweite eine stark blutende Kopfwunde. Der Ball mit dem Motto „Der Zirkus hat ein Ende – the greatest Show“ wurde daraufhin sofort abgebrochen.

„Wir sind glücklich, dass nicht mehr passiert ist“, sagt HLW-Direktor Ewald Staltner. Er war Augen- und Ohrenzeuge des Unglücks, das sich während der Mitternachtseinlage ereignete: „Unter den Ballgästen war ein Notfallmediziner, der sich sofort um die Verletzten gekümmert hat. Und eine unserer Klassenvorständinnen, die auch beim Roten Kreuz im Kriseninterventionsteam arbeitet, hat sich um die geschockten Mitschüler gekümmert.“

Danach habe er gemeinsam mit dem Ballkomitee in Ruhe die Veranstaltung beendet und den Saal geräumt. „Bis zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung wirklich toll. Alle haben sich gefreut, dass sie nach den Coronaeinschränkungen endlich wieder einen Ball feiern durften“, sagt Staltner, „aber das war dann auf einen Schlag vorbei.“

Zum Glück habe seine Sängerin keine Wirbelverletzung erlitten, sagt Bandleader Franz Bräuer: „Wir hatten gerade Pause und sind von der Bühne gegangen. Aber Lilly wollte die Mitternachtseinlage der Maturantinnen ansehen und fotografieren.“ Die Platte sei genau über dem Platz des Keyboarders, Elisabeth Maiers Ehemann Reinhard, herabgestürzt. „Zum Glück war er nicht dort, den hätte es schwer getroffen.“

Unter erheblichen Schmerzen leidet allerdings auch die Sängerin, deren Hals- und Schulterbereich nun ein großes Hämatom ziert: „Ich durfte genauso wie die Schülerin noch in der Nacht wieder das Spital verlassen“, sagt Maier, „hoffentlich bin ich bis zum Wochenende fit, da haben wir einen Auftritt bei einer Hochzeit.“

Erschüttert zeigte sich Steyrs Bürgermeister Markus Vogl (SP): „Wir haben den Stadtsaal sofort gesperrt. Es könnte sich um Materialermüdung handeln, das müssen aber Sachverständige in den kommenden Tagen untersuchen.“

Zwei für Mittwoch und Samstag ebenfalls im Stadtsaal angesetzte Schülerbälle wurden bereits verlegt: „Ich habe mit dem Ennser Bürgermeister vereinbart, dass die Bälle bei ihm im Stadtsaal über die Bühne gehen können. Wir werden dafür einen Shuttle-Dienst einrichten.“ Er hoffe, dass bis zum Tanzschulball, der am 18. Juni stattfindet, der Steyrer Stadtsaal wieder verfügbar sei.

Artikel von

Gerald Winterleitner

Lokalredakteur Steyr

Gerald Winterleitner

7  Kommentare 7  Kommentare