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Oberösterreich

Touristen aus Corona-Risikogebiet strandeten in Wels: Alle Tests negativ

Von nachrichten.at   25. Juni 2020 16:28 Uhr

WAGENDORF/WELS. Nachdem sie aus Bayern "verwiesen" worden war, suchte eine Reisegruppe aus Nordrhein-Westfalen, einem aktuellen Corona-Hotspot, Zuflucht in Oberösterreich. Noch am Donnerstag wurden alle Touristen auf das Virus getestet. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Alle Testungen fielen negativ aus, teilte die Stadt Wels am Donnerstagnachmittag mit. Ursprünglich hatten die Touristen aus der Stadt Warendorf einen Urlaub in Regensburg geplant. Doch die bayerischen Behörden machten ihnen einen Strich durch die Rechnung: Am Dienstag war im südlichen Bundesland ein Beherbergungsverbot für Reisende aus der deutschen Risikoregion beschlossen worden, nachdem der Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies zu rund 2000 Infektionen im Kreis Gütersloh geführt hatte. Die OÖN haben von dem erneuten Lockdown berichtet

Die nordrhein-westfälischen Urlauber standen somit in Bayern vor verschlossenen Türen. Ihr "Plan B" führte sie ins gastfreundliche Oberösterreich. Ein Hotel in der Welser Innenstadt nahm die Gruppe prompt auf. Gleich am Mittwoch unternahmen die Deutschen eine Radtour ins Salzkammergut. In der Zwischenzeit wurden auch die Stadt Wels und der Hotelbetreiber aktiv: Bereits Donnerstagfrüh wurden die gestrandeten Urlauber sowie das Hotelpersonal und alle Kontaktpersonen auf Covid-19 getestet. 

"Einige weinen vor Erleichterung"

"Alle Tests waren negativ. Die Erleichterung ist natürlich riesengroß – bei allen Beteiligten", sagt der Welser Hotelier nach Vorliegen der insgesamt 44 Corona-Tests. "Die Menschen sind so gerührt, einige weinen vor Erleichterung. Schließlich ist das ja ihre Heimat, die zum Sperrgebiet erklärt worden ist. Stellen Sie sich das einmal vor, wenn sie plötzlich über Nacht wie Aussätzige behandelt werden. Immerhin sind es ältere Urlauber zwischen 60 und 80 Jahren", sagt der Hotelbetreiber den OÖN am Donnerstagnachmittag.

Für ihn sei zu keinem Zeitpunkt zur Debatte gestanden, die Urlauber wegzuschicken. "So etwas löst ja die Probleme nicht. Das kann man nur miteinander lösen", sagt er. Vielmehr war es wichtig, professionell zu handeln und die notwendigen Maßnahmen zu setzen. Das sei passiert, wobei auch die effiziente Zusammenarbeit mit dem Magistrat Wels und dem Roten Kreuz eine wesentliche Rolle gespielt habe.

"Hotelier hat vorbildlich gehandelt"

"Wir haben vom Hotelbetreiber am Mittwoch die Information erhalten, dass eine Reisegruppe aus dem deutschen Coronagebiet zu einem Radurlaub angekommen ist", sagt Bürgermeister Andreas Rabl (FP). Der Hotelier habe "vorbildlich" gehandelt und die Stadt sofort informiert. "Die gesamte Reisegruppe und das Hotelpersonal sind dann am Donnerstag freiwillig getestet worden", so der Welser Bürgermeister. Freiwillig deshalb, da es keinen Verdachtsfall gebe: "Keiner der 24 Touristen hat Symptome von Covid-19 gezeigt".

Auch die Reiseteilnehmer hätten sich sehr kooperativ verhalten, sagt Rabl. Dadurch sei die rasche Testung möglich gewesen. "In solchen Fällen kommt es auf die Geschwindigkeit an, um Clusterbildungen zu vermeiden", so Rabl. Bis zum Vorliegen des Tests seien Kontakte der Reisegruppe zu anderen Personen vermieden worden. "Wir gehen derzeit davon aus, dass keine Gefahrenlage vorliegt", sagte der Bürgermeister am frühen Nachmittag.

  • Kritik an Österreich: Gütersloh sei nicht schlimmer als Ischgl, sagte der Miniserpräsident von Nordrhein-Westfalen. >> Zum Artikel

Lokalisierung: Die Reisegruppe stammt aus Warendorf

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