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Oberösterreich

Profi-Einbrecher kamen zu Fuß über die Grenze

Von (nieg)   25. April 2019

Profi-Einbrecher kamen zu Fuß über die Grenze
Bild aus einer Überwachungskamera: Die Bande brach meist in Firmen ein.

URFAHR / ROHRBACH / PRAG. Moldawische Bande agierte von Prag aus und verübte österreichweit 41 Einbrüche, fast die Hälfte davon im Mühlviertel.

Sie waren bestens organisiert und dazu offenbar auch gut zu Fuß: Nach monatelangen Ermittlungen konnte nun neun Moldawiern, allesamt Mitglieder einer professionellen Einbrecherbande, das Handwerk gelegt werden.

Allein in Österreich sollen seit April 2018 41 Firmeneinbrüche auf das Konto der Täter im Alter zwischen 23 und 35 Jahren gehen. Knapp die Hälfte der Taten (18) wurde in Oberösterreich in den Bezirken Urfahr-Umgebung, Rohrbach und Freistadt verübt, ebenso viele in Niederösterreich. Auch in Tirol und Wien, aber auch im Ausland (Italien, Schweiz, Deutschland) ging die Bande auf Beutezug.

Die Gesamtschadenssumme: 255.000 Euro. Fünf Verdächtige sind in Haft, zwei wurden angezeigt, nach zwei weiteren Tätern wird noch per EU-Haftbefehl gefahndet, sagt Erwin Pilgerstorfer vom Bezirkspolizeikommando Urfahr-Umgebung.

Bis zu 10 Kilometer Fußmarsch

Die Täter hatten sich eine ausgeklügelte Strategie zurechtgelegt: Um bei Straßen- und Grenzkontrollen in Österreich nicht aufzufallen, agierte die Truppe von Prag aus. Ein Chauffeur brachte die Männer, die jeweils in unterschiedlicher Konstellation zur Tat schritten, zur Grenze. Dort forschten sie mit Hilfe von Google Maps grenznahe Objekte aus, zu denen sie zum Teil bis zu zehn Kilometer weit zu Fuß gingen, sagt Pilgerstorfer. Die Männer hatten sich vorwiegend auf Büros, Firmen und Freizeitanlagen spezialisiert.

Ihre bevorzugte Beute: Bargeld, Laptops, hochwertige Büroutensilien, aber auch Tresore. Eingemauerte Geldschränke brachen sie am Tatort auf.

In einigen Fällen gelang es ihnen, die Panzerschränke mitzunehmen, wie etwa bei ihrem ersten Coup vor genau einem Jahr: Mit Hilfe eines am Tatort gestohlenen Firmenwagens transportierten sie damals aus einer Firma in Aigen im Mühlkreis einen Tresor mit einer laut Polizei "beträchtlichen Bargeldsumme" in den Böhmerwald. Nachdem sie diesen aufgebrochen und das Bargeld entnommen hatten, entsorgten sie Tresor und Firmenwagen in einem Graben.

Pilgerstorfer lobte die gute Zusammenarbeit von Landeskriminalamt, der tschechischen und moldawischen Polizei und internationalen Organisationen: "Dadurch konnten wir die Täter auch international verfolgen." Er wünscht sich künftig eine kräftebündelnde Zusammenarbeit in der Grenzregion: "Tschechische Kollegen sollten fallbezogen und bedarfsorientiert in unsere Ermittlungsteams einbezogen werden können." 

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