Lade Inhalte...

Oberösterreich

Pflege zu Hause statt in Altenheimen am Stadtrand

14. April 2021 00:04 Uhr

Pflege zu Hause statt in Altenheimen am Stadtrand
Die Zahl der Senioren steigt

LINZ. Seniorenbund und Hilfswerk veranstalteten in Linz eine Enquete zur Zukunft der Pflege.

Wie soll die Altenbetreuung der Zukunft aussehen? Große Heime in der Peripherie der Ballungsräume sind ein Auslaufmodell der Pflegegeschichte. Alte Menschen wollen nicht im Abseits leben, sondern am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

Laut einer IMAS-Umfrage aus dem Sommer des Vorjahres, die der Seniorenbund in Auftrag gegeben hatte, ist es 89 Prozent der oberösterreichischen Senioren ein wichtiges Anliegen, ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden und in der Nähe ihrer Angehörigen zu verbringen. "Selbstständig, aber nicht alleine zu leben", sei das Ziel, sagt Josef Pühringer, Landesobmann des Seniorenbundes. Um diesen Wunsch auch dann noch erfüllen zu können, wenn betagte Menschen im Alltag Hilfe brauchen, braucht es neue Wohn- und Betreuungsformen. Eine Enquete des Seniorenbundes und des Hilfswerkes am Dienstag in Linz befasste sich mit diesem Problem.

Zahl der Demenzkranken steigt

Lösungen sind dringend gefragt, denn die Zahl der über 60-Jährigen in Oberösterreich wird in den kommenden 20 Jahren von derzeit 370.000 auf rund 510.000 Menschen anwachsen. Ein besonderer Fokus wird dabei auf der Betreuung von Demenzkranken liegen müssen. Ihre Zahl wird sich im selben Zeitraum von derzeit 20.000 auf rund 50.000 erhöhen.

"Wir müssen alles tun, damit die ältere Generation so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben kann", sagt Hilfswerk-Obmann Wolfgang Hattmannsdorfer. Innovationen in der Technik wie Warnsysteme, die im Notfall selbstständig den Arzt oder die Rettung alarmieren, könnten hier eine wichtige Unterstützung sein, ist er überzeugt. Oberösterreich brauche für den Sozialbereich deswegen "eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung", sagt Hattmannsdorfer. Zumindest einen Innovationstopf für den Pflegebereich, der vom Land Oberösterreich mit 400.000 Euro ausgestattet wurde, gibt es seit Jahresbeginn.

Hattmannsdorfer fordert auch eine Erhöhung des Pflegegeldes in Form von Sachleistungen für all jene, die zu Hause von Angehörigen gepflegt werden.

12.000 Menschen in Oberösterreich leben derzeit in betreutem Wohnen oder in einer Wohngemeinschaft für Senioren. "Das sind Modelle, die wir ausbauen müssen", sagt Pühringer.

Diesen Wunsch teilt auch das Sozialressort des Landes. Derzeit befinden sich derartige Wohnprojekte in Taufkirchen, Schärding und Bad Ischl in Umsetzung, zehn weitere seien in Planung, berichtet Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SP). (hip)

Interessieren Sie sich für diesen Ort?

Fügen Sie Orte zu Ihrer Merkliste hinzu und bleiben Sie auf dem Laufenden.

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Oberösterreich

0  Kommentare expand_more 0  Kommentare expand_less