Werner Wigelbeyer: Ein großes Requiem zum Abschied

Von Erik Famler   05.Juni 2018

Ein großes Requiem zum Abschied Von Erik Famler
Trauer um Werner Wigelbeyer

Als zweites von sechs Kindern erlebte der Sohn eines Malermeisters noch den Krieg und die Flucht der Familie vor den Russen nach Obertraun. Trotz bescheidener Herkunft genoss er eine humanistische Schulausbildung. Während seines Lehramtsstudiums in Wien engagierte sich Wigelbeyer in der Katholischen Hochschuljugend. Es war der Beginn einer politischen Karriere, die er 1997 als längst dienender Landtagsabgeordneter beendete. In seiner Zeit als Welser Vizebürgermeister und Kulturreferent erzielte die ÖVP ihre besten Wahlergebnisse.

Jüngere Semester erinnern sich an einen netten, älteren Herren, der sie als Kinder über die Straße führte. Denn in seinem Ruhestand betätigte sich Wigelbeyer viele Jahre als Schülerlotse: "Auf diese Weise blieb er mit den Welsern in Kontakt", erinnert sich Sohn Christoph. Vor vier Jahren verlor Wigelbeyer Ehefrau Vera nach langem Leiden: "In ihrer letzten Lebensphase war der Papa ständig bei ihr. Er hatte keine Angst vorm Sterben, weil er wusste, dass die Mama auf ihn warten wird." Seinen Familiensinn lebte er im Alter an einem Urenkerl, zwölf Enkelkindern und vier Kindern aus: "Mein Vater war eine Mischung aus Konsequenz, Toleranz und Großzügigkeit. Das haben nicht nur wir in der Familie so empfunden. Auch frühere Schüler schätzten seine Wesenszüge."

Werner Wigelbeyer war ein Schöngeist mit großem Bücherhunger. Als Kulturreferent drückte er Wels seinen Stempel auf. Hausmusikalisch verschrieb er sich der Bassflöte. Als Bassist im Welser Bach-Chor stellte er seine Musikalität auch gesanglich unter Beweis.

"Ich wünsche mir ein großes Begräbnis", sagte Wigelbeyer erst kürzlich zu Parteifreunden. Am Montag, 11. Juni, wird er um 9 Uhr in der Neustädter Herz-Jesu-Kirche mit einem Requiem verabschiedet.