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Stiller Künstler mit markanten Spuren

Von Bert Brandstetter   06. Mai 2019 00:04 Uhr

Stiller Künstler mit markanten Spuren
Jakob Kopp

Nutztiere gab es auf dem stattlichen Vierkanter im Leondinger Zaubertal schon lange nicht mehr, aber jede Menge Vögel, Katzen und Hunde fühlten sich dort sehr zu Hause. Zumindest, solange der Künstler Jakob Kopp dort wohnte. Denn "Schaki", wie er unter Freunden hieß, hatte ein Herz für diese Tiere.

"Er fütterte sie, schaute ihnen zu und hatte seine Freude an ihnen", sagt Prälat Joe Mayr, zu dem Kopp großes Vertrauen verspürte, auch als dieser nicht mehr Pfarrer von St. Margarethen war.

Jakob Kopp konnte auch kritisch sein. In bissigen Karikaturen nahm er Persönlichkeiten von Politik und Kirche gern aufs Korn. Gelernt hat er diese Kunstform möglicherweise von seinem Vater Karl, einem gebürtigen Schweizer, den es nach Linz verschlagen hatte und der selbst immer wieder Karikaturen anfertigte. Kopps Mutter war als Aquarellistin bekannt.

Jakob Kopp besuchte die Linzer Kunstgewerbeschule und absolvierte zwei Studiengänge an der Kunstschule: Malerei bei Karl Hauk, Bildhauerei bei Walter Ritter. Als "überdurchschnittliche Begabung" wurden seine Leistungen im Zeugnis beurteilt.

Seine künstlerische Berufsarbeit begann er in der Schweiz, wo er von 1952 bis 1965 in Zürich lebte. Nach seiner Rückkehr nach Oberösterreich widmete er sich vorwiegend der sakralen Kunst. Einen schweren Schlag versetzte ihm 1967 der Unfalltod eines seiner drei Brüder, der als Taucher im Donaukraftwerk Mitterkirchen auf tragische Weise ums Leben kam.

Auf seinem Bauernhof im Zaubertal stürzte sich Kopp, der als Junggeselle lebte, in die Arbeit und schuf markante Werke: die steinerne Brunnenanlage vor dem Krankenhaus Kirchdorf, das Relief in der Leondinger Kürnberghalle, das Bronzeportal des Doms St. Pölten.

Kopp erhielt 1988 das Ehrenzeichen seiner Heimatstadt Leonding, nach ihm wurde nahe seinem Hof eine Straße benannt, der Bundespräsident ernannte ihn zum Professor, der Landeshauptmann verlieh ihm die Kulturmedaille.

Mit Ausdauer pflegte der "stille, bescheidene und warmherzige Mensch", wie ihn seine Nichte Eveline Oster schildert, seine Mutter, die 102 Jahre alt wurde. Er kam vor drei Jahren ins Seniorenheim Leonding. Das Begräbnis fand vergangenen Samstag statt. Die Urne von Jakob Kopp wird unter dem von ihm geschaffenen schwarzen Kreuz am Barbara-Friedhof bestattet.

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