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Ein Unternehmer und Mann des Sports

Von Bert Brandstetter   08.April 2019

Ein Unternehmer und Mann des Sports
Trauer um Kurt Pippig

Zunächst war es natürlich die Ausbildung. Als jüngstes von fünf Kindern einer Uhrmacherfamilie nahe Heidelberg lernte er den Beruf, den schon sein Urgroßvater erfolgreich ausgeübt und die Aufziehkrone bei Taschenuhren erfunden hatte, um sich anschließend ganz auf die Augenoptik zu konzentrieren. Nach Lehrstationen in Heilbronn und Köln meldete sich für den jungen Meister aber bereits wieder der Sport. Beruflich anfangen wollte der begeisterte Schifahrer nämlich irgendwo in den Bergen, geworden ist es Linz.

Die neue Heimat Gramastetten

Während seiner Ausbildungsjahre bei der Firma Gumpelmayr knüpfte Pippig bereits intensive Kontakte zur Sport- und Gesellschaftsszene. So war er bald Mitglied der damaligen Presse-Fußballmannschaft als Team-Kamerad des ehemaligen OÖN-Sportchefs Leo Strasser. Auch Tennis kam nicht zu kurz, so lernte er dabei seine spätere Frau Friederike kennen, mit der er bis zu ihrem Tod 2016 über 60 Jahre verheiratet war. Weitgehend mittellos wagten die beiden 1957 mit einem kleinen Uhrengeschäft in der Linzer Herrenstraße den Sprung in die Selbständigkeit

Der Erfolg der beiden tüchtigen jungen Leute ließ nicht lange auf sich warten. Das Geschäft florierte und privat wurden ihnen zwei Buben geschenkt, wobei: "Tag und Nacht an der Arbeit, die Wohnung viel zu klein, das Kind konnte nur zwischen Tür und Angel versorgt werden", wie Kurt Pippig selbst einmal niedergeschrieben hat. Um den Kindern die damals schlechte Linzer Luft zu ersetzen, schauten sich die Pippigs nach einer Bleibe im Mühlviertel um, fanden sie in Gramastetten. Kurt Pippig, der sich nach und nach auch die oberösterreichische Sprache angewöhnte, war auch dort der geborene Vernetzer, sammelte Granitgrander und Tramdecken und entdeckte sein Leibgetränk, den Most.

"Papa schloss Freundschaften unabhängig vom Status oder von der politischen Zugehörigkeit. Für ihn zählte, wer ein klasser Bursch war", sagt Sohn Klaus. Das zeigte sich auch am Tennisplatz. Pippig spielte bei allen politischen Vereinen, auch mit Ex-Vizekanzler Hannes Androsch. Seine Erinnerung: "Kurt hat sich am Leben und am Spiel erfreut. Er war ein sehr geselliger und sympathischer Mensch." Sein kleines Geschäft in der Herrenstraße war inzwischen zu Pippig United Optics mit mehreren Filialen angewachsen, mit 60 übergab er das Unternehmen an seine beiden Söhne Klaus und Rainer, alle beide so wie er inzwischen eingefleischte Gramastettner.

Verabschiedung am Donnerstag

"Unser Vater konnte sehr gut loslassen, er gab seinen Rat nur auf Anfrage", sagt Sohn Klaus und sieht den Grund für den gelungenen Rückzug des Vaters wieder in dessen sportlichen Aktivitäten. Eine enge Beziehung baute Opa Kurt zu seinen vier Enkeln und den beiden Urenkeln auf, indem er mit ihnen oft schwamm oder golfte. Am Ende des letzten Jahres besuchte Kurt Pippig noch die Weihnachtsfeier der Firma, gern ließ er sich zum 90er gratulieren.

Kurt Pippig wird am 11. April im Linzer Urnenhain um 11 Uhr verabschiedet.

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