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Ein Komödiant im besten Sinne

Von Erik Famler 04. November 2019 00:04 Uhr

Ady F. Flasch

Die Welser Kulturszene trauert um einen der Ihren. Für seinen Geschmack ungewohnt leise verließ Theatermacher Ady F. Flasch die Weltenbühne.

Flasch war jahrelang Obmann der Welser Bühne. Sein Anspruch war immer, das Publikum auf höchstem Niveau zu unterhalten. Als Schauspieler, Bühnenausstatter, Regisseur und Impresario war der gelernte Kaufmann und Grafiker omnipräsent. Flasch hinterlässt seine Lebensgefährtin Beatrix, seine Ex-Frau Martha und drei Kinder.

Kindheit und Jugendzeit verbrachte der gebürtige Saalfeldener in Linz. Dort wurden seine Lehrer schon bald auf Adys zeichnerisches Talent aufmerksam. Nach dem Schulabschluss besuchte er eine Zeitlang die Linzer Kunsthochschule. Später wurde Flasch Kaufmann. Nach einigen Jahren wählte er einen kreativeren Beruf und landete in der Werbe- und Dekorationsbranche. In dieser Zeit lernte er die Grafik kennen und entdeckt seine Liebe zur Schauspielerei. 1983 wurde er Mitglied des ehrenamtlichen Theatervereins "Kleine Welser Bühne", aus der unter seiner Patronanz das THEATER WELSER BÜHNE hervorgeht. In Erinnerung bleibt Flasch als feinsinniger Positivist mit ausgeprägtem Wortwitz "Es freut mich, dass Sie mich getroffen haben", meinte er stets zum Abschied. Nicht überheblich, vielmehr augenzwinkernd sprach er diesen Satz. Der immerzu bunt Bebrillte war ein Komödiant im besten Sinne. Sein Credo lautete: "Theater ist wie Wasser und Brot, wir brauchen es dringender denn je."

Als Maler und Aquarellist schafften es seine Bilder bis ins Parlament. Künstlerisch ging der Genussmensch und leidenschaftliche Koch aber ganz und gar im Theater auf. Die von ihm inszenierten Thomas-Bernhard-Produktionen feierten große Erfolge. Auch Bernhards Bruder Dr. Peter Fabjan spendete Applaus. "Das hat ihn damals irrsinnig gefreut", erinnert sich Beatrix Regelsperger, die dem vielseitigen Künstler in seinen späteren Jahren eine ebenso kunstsinnige wie umsichtige Gefährtin war.

Nach dem Auszug aus dem alten Kino im Traunpark fand sich Flasch in der Rolle des Bittstellers wieder. Seine unermüdliche Suche nach einer festen Spielstätte blieb unbelohnt. Seine letzte Inszenierung von Turrinis Weihnachtsgeschichte "Josef und Maria" mit Erwin Friedl und Karin Huemer-Klinger in den Hauptrollen hätte am 13. November im Schiesserhof der Minoriten Premiere feiern sollen. Die Proben mussten unterbrochen werden. Der Theatermacher litt an den Spätfolgen eines Herzinfarktes.

"Wir werden ,Josef und Maria’ nächstes Jahr ganz in seinem Sinne auf die Bühne bringen", kündigt Regelsperger an. Am 13. November ist nun im Welser Schiesserhof ein Abend "In memoriam Ady F. Flasch" vorgesehen.

Der Verstorbene wurde am Montag, dem 28. Oktober, auf dem Welser Friedhof verabschiedet. "Unvergessen bleiben sein gepfefferter Humor, aber auch seine Ecken und Kanten", erinnerte Diakon Andreas Hasibeder in einer Trauerrede.

Artikel von

Erik Famler

Lokalredakteur Wels

Erik Famler
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