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Ein idealer Lehrer

20. Januar 2021 00:04 Uhr

Hermann Eckerstorfer
Hermann Eckerstorfer

Der Papa hat uns mehr gezeigt und weniger geredet." So erinnert sich der Schlägler Chorherr Jakob an seinen Vater und denkt an die vielen Stunden in einem der beiden familieneigenen Wälder im Oberen Mühlviertel.

"Sein Bruder Peter ergänzt: "Oft fand Papa mit uns Zeit, auf einem Stock zu sitzen und einfach zu erleben, wie schön der Wald ist und wie gut es tut, sich von der Sonne bescheinen zu lassen."

Der Wald war Hermann Eckerstorfer ungemein wichtig und es verlangte ihm viel Einsatz ab, die paar Hektar auf Schuss zu halten. Ein Enkelkind ernannte ihn deshalb zum "Motorsag-Opa". Wie man Waldarbeit erledigt, wusste Hermann aus seinem Elternhaus in Kollerschlag. Neun Kinder wuchsen dort auf, Hermann war das siebente. Er arbeitete nach der Schulpflicht zu Hause mit und entschloss sich, Landmaschinenschlosser zu werden, nachdem er eine seiner ursprünglichen Ideen, katholischer Priester zu werden, verworfen hatte.

Seine Zeit beim Bundesheer ließ das Bedürfnis nach einer besseren Bildung aufkeimen und Hermann schrieb sich für fünf Jahre an der Arbeitermittelschule in Linz ein. Mit 29 hatte er die Matura in der Tasche und startete seine Lehrerausbildung. 1970 heiratete er die hübsche Krankenschwester Maria aus dem Kollerschlager Dorf Mollmannsreith. Drei Kinder folgten zur Freude des Paares, weil "aus den Kindern was wordn is", wie der zufriedene Vater später gerne sagte: Gudrun und Peter wurden Mediziner, Paul trat ins Stift Schlägl ein, wo er als Herr Jakob Gastmeister ist.

Beruflich agierte Eckerstorfer an vier Volksschulen hintereinander: in Kollerschlag, in Julbach, in Öpping und dann in Rohrbach als Direktor. Er habe es vom Leiter der kleinsten zum Chef der größten Volksschule des Bezirkes gebracht, sagte er manchmal schmunzelnd, aber ohne Stolz. Mit Freude engagierte sich Eckerstorfer mit den inzwischen sieben Enkeln in verschiedenen Chören, wo er "als Bass äußerst gefragt" war, wie Chorleiter August Kirschner bestätigt.

Eine Krebserkrankung vor drei Jahren schien weitgehend überwunden, Hermann erfreute sich wieder an Reisen und erforschte mit Franz Gumpenberger, dem Vater seiner Schwiegertochter, im Vorjahr noch Skandinavien. Doch die alte Kraft wollte nicht mehr zurückkommen. Das Coronavirus setzte seinem Leben schließlich ein für alle überraschendes Ende.

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