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Nachrufe

Ein Feinmechaniker in allen Lebenslagen

Von Gabriel Egger  14. Juni 2021 00:04 Uhr

Horst Brückl
Horst Brückl

Nachruf auf den Linzer Horst Brückl, der alle mit seiner guten Laune ansteckte.

Wenn Horst Brückl den Raum betrat, gab es keine Sorgen mehr. Zu mitreißend war seine gute Laune, zu lebensfroh sein Auftreten. "Der Papa war ein unglaublich lustiger, geselliger Mensch", sagt Tochter Brigitte Schmied. Einer, der zwar von vielen Krankheiten zurückgeschlagen wurde, sich aber davon nie aus der Bahn werfen ließ. "So einen wie ihn gibt es nicht noch einmal. Er war ein echtes Stehaufmännchen", sagt seine Tochter. Das blieb er bis zuletzt.

Horst Brückl wurde am 22. August 1939 in Linz geboren, wechselte während seiner Schulzeit in ein Internat nach Steyr. Sein Lebensweg war zu diesem Zeitpunkt bereits vorgezeichnet: Vater Alfred betrieb in der Linzer Langgasse ein Geschäft für Radsport und Nähmaschinen. Dort stieg Horst Brückl, der bereits in jungen Jahren als talentierter Feinmechaniker galt, nach seiner Lehre ein.

Im Sommer reparierte er Räder, im Winter spezialisierte er sich auf Nähmaschinen. Dabei erarbeitete sich Brückl einen so guten Ruf, dass ihm auch die Ordensgemeinschaft der Linzer Karmelitinnen Zugang gewährte. Dort reparierte Brückl mehrfach die Maschine, mit der Hostien gestanzt werden.

1964 heiratete Brückl seine Hannelore, die wegen ihrer Frisur meist nur "Ponny" genannt wurde. Gemeinsam kümmerten sie sich liebevoll um ihre Kinder Brigitte und Alfred, die es später ihrem Vater gleichtun und in das Familienunternehmen einsteigen.

Zuvor hatte Horst Brückl aber noch einiges zu tun: Von einer Messe aus Amerika nahm er in den Achtzigerjahren das erste Mountainbike mit nach Oberösterreich. Sein Ruf eilte ihm mittlerweile voraus, und aus ganz Österreich wurden Nähmaschinen zur Reparatur in sein Geschäft gebracht. Wenn die Arbeit einmal nicht rief, war Brückl auf seiner geliebten Vespa oder im Kajak unterwegs, genoss es, Zeit mit seinen Freunden in Alkoven zu verbringen, wo er sich einen Zweitwohnsitz geschaffen hatte. 1999 starb Hannelore, was Horst Brückl schwer traf und ihm viel von seiner Kraft kostete. Dennoch half er bis zu seinem 73. Lebensjahr im Geschäft aus, das mittlerweile Sohn Alfred übernommen hatte. Dass das Familienunternehmen weiterlebte, erfüllte ihn mit Stolz. Trotz schwerer Krankheit war Horst Brückl bis zum Schluss zufrieden, beschwerte sich nie, nahm alles so an , wie es kam. Am 7. Juni endete das bewegte Leben von Horst Brückl. Er hinterlässt zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Das Begräbnis findet am Freitag im Urnenhain in Linz-Urfahr statt.

Artikel von

Gabriel Egger

Redakteur Land und Leute

Gabriel Egger
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