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Diener großer Herren

06. August 2020 00:04 Uhr

Heribert Forstner
Heribert Forstner

Als Jurist beim Land Oberösterreich um einen Posten anzuklopfen, war in den 1950-er Jahren meist von Erfolg gekrönt. Bei Heribert Forstner lag der Weg zum Landesdienst auf der Hand, arbeitete doch auch schon sein Vater im Amt der Landesregierung.

Heribert Forstner, der ausgezeichnete Maturant und eifrige Student, hatte mit 23 seinen Doktor in der Tasche. Nach dem Gerichtsjahr wurde er 1961 in den Landesdienst übernommen, aber bald mit einer prominenten Aufgabe bedacht: Sekretär von Landeshauptmann Heinrich Gleißner. Elf Jahre arbeitete er bei ihm und lernte von ihm. Dessen Nachfolger Erwin Wenzl übernahm Forstner, genauso wie Josef Ratzenböck. 1979 übernahm Heribert Forstner die Leitung des Landes-Pressedienstes. "Ich habe eine sehr gute Erinnerung an Heribert Forstner", sagt Ratzenböck anlässlich dessen Todes. "Er war sehr gut gebildet, immer freundlich und höflich."

Alt-LH Josef Pühringer hebt Forstner als "einen Brückenbauer und Mann mit Stil" hervor. Die Presseabteilung der Landesregierung betreut mit der "Amtlichen Linzer Zeitung" die älteste Zeitung des Landes (seit 1681), die Journalisten der Abteilung kümmern sich aber vor allem um einzelne Regierungsmitglieder als Pressereferenten.

Heribert Forstner stand als Hofrat über der Abteilung, immer seriös, immer etwas im Hintergrund, immer freundlich, nie zu kumpelhaft. "Heribert Forstner hatte ein sehr gutes Gefühl für uns Mitarbeiter", schildert Gerhard Hasenöhrl seinen ehemaligen Chef und Vorgänger. Während Journalisten und Kameraleute zusehends trendiger gekleidet waren, war Forstner stets mit Krawatte und Anzug zu sehen. Nicht einmal Gattin Ulrike, mit der er demnächst diamantene Hochzeit hätte feiern können, schaffte es, ihn von der Krawatte wegzubringen: "Zieh doch einmal ein legeres T-Shirt an", forderte sie ihn einmal auf, doch eine Enkelin empfahl ihm: "Bleib bei deiner Krawatte, du bist ein Sir." Als wahrer Sir agierte Heribert Forstner auch im oö. Kunstverein. Als dessen Präsident begleitete und förderte er viele heute namhafte Künstler.

Einen Großteil seiner Freizeit verbrachte Forstner in seinem Haus in Gmunden. Urlaube in aller Welt ergänzten das Leben und die Weltsicht von Heribert Forstner, Zufriedenheit verschafften ihm die medizinischen Karrieren der beiden Söhne und die Entwicklung der sechs Enkel- und der zwei Urenkelkinder.

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