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Die Köchin vom Kirchenwirt

Von Karl Ploberger 26. Juni 2019 00:04 Uhr

Die Köchin vom Kirchenwirt Greti Hubinger (1927–2019) Aus SeEwalchen Von Karl Ploberger
Margarete Hubinger

Wer einmal ihren Schweinsbraten, ihr Krenfleisch oder das legendäre Wild beim Kirchenwirt in Seewalchen gegessen hat, der wollte nirgendwo anders mehr essen gehen.

Margarete Hubinger, von allen einfach nur "Tante Greti" genannt, war über Jahrzehnte die Küchenchefin beim "Stallinger in Seewalchen". Oft mit energischer Stimme und einem bestimmenden Ton in der Küche, doch wenn dann der Mittagsstress vorbei war, liebte sie es, mit den Stammgästen zu plaudern und zu karteln. Greti war im Wirtshaus aufgewachsen, beim Hubinger in Schörfling, ihrem Elternhaus. Sie liebte die Gesellschaft, und das seit ihrer Jugend. So war die Bar im Gasthaus Kastl, das berühmte Rosenstüberl, in St. Georgen über Jahre hinweg ihr Zuhause.

Das Stallinger Wirtshaus

Später kam sie zurück nach Seewalchen, und gemeinsam mit den beiden Schwestern schaukelte sie das Stallinger Wirtshaus. Jeder im Ort kannte sie, denn vom zeitigen Frühjahr bis in den November hinein ging sie um 6 Uhr früh in "ihrem" Attersee schwimmen. Egal welches Wetter vorherrschte und egal wie warm oder kalt das Wasser war. "Ah, geh, der ist doch bacherlwarm", hieß es, wenn die Temperatur auch nur um die zwölf Grad betrug. Das hielt die Köchin fit.

Bis ins hohe Alter von 88 Jahren stand sie Tag für Tag in der Küche und kochte für 100 Gäste. Ihre Kochkunst schätzten vor allem die Jäger des Ortes, aber auch viele Urlauber, die im Vorbeifahren von der Autobahn beim Kirchenwirt halt machten und Gretis Hausmannskost liebten.

"Tante Greti" liebte es zu reisen. Im Winter, wenn es im Gasthaus etwas ruhiger war, ging es oft auf die Kanaren, und wann immer es ging, war mindestens ein Mal pro Woche ein Ausflug in eines der Kurbäder auf dem Programm. Bad Ischl war da ein Lieblingsziel.

Die letzten Jahre lebte sie zusehends in ihrer eigenen Welt. Immer weniger nahm sie ihre Umwelt wahr, freute sich aber dennoch, wenn Bekannte sie besuchten. Ihre Betreuerinnen standen ihr Tag und Nacht bei und ermöglichten ihr in den letzten vier Jahren ein würdiges Leben und versorgten sie liebevoll.

Greti Hubinger starb am 21. Juni im 92. Lebensjahr. Die Verabschiedung findet am Freitag, 28. Juni 2019, um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche von Seewalchen statt.

Artikel von

Karl Ploberger

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