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Berta Kumpfmüller: „Powerfrau“ in Familie, Betrieb und Kirche

Von Thomas Fellhofer  12. Mai 2020 00:04 Uhr

"Powerfrau" in Familie, Betrieb und Kirche Berta Kumpfmüller (1924–2020) aus Lembach/Mühlkreis Von Thomas Fellhofer
Berta Kumpfmüller

Nach einem mit 95 Jahren erfüllten Leben als Familienmensch, agile, umsichtige Frau in der Wirtschaft und engagierte Mitgestalterin in der Kirche und in sozialen Anliegen wurde Berta Kumpfmüller im engsten Familienkreis in Lembach i. M. zu Grabe getragen.

Geboren wurde Berta Kumpfmüller 1924 in Hofkirchen als fünftes von sechs Kindern im Hause Binder, wo ihre Eltern ein Gasthaus mit Fleischhauerei und Landwirtschaft führten. Ihr Vater starb 1929 im Alter von 47 Jahren, daher musste ihre Mutter so wie schon im Ersten Weltkrieg die gesamte Last des Betriebes schultern. Sie wurde für Berta als umsichtige Geschäftsfrau und als soziale Wohltäterin ein prägendes Vorbild.

1938 konnte die nun Verstorbene im Alter von 14 Jahren zumindest eine mehrmonatige „Anlehre“ als Buchhalterin in Aigen absolvieren. In den Weltkriegs- und ersten Besatzungsjahren arbeitete sie daheim im Familienbetrieb. 1949 heiratete sie den Bautechniker Otto Kumpfmüller aus Kollerschlag. 1951 übersiedelte das Ehepaar nach Lembach, weil Maurermeister Gaubinger dort seinen Kleinbetrieb samt enger Dachgeschoßwohnung an Otto Kumpfmüller verpachtete, ein Jahr später kaufte das Paar die Firma und das Haus. Für 50 Jahre wurde das Haus Wohn- und Firmenstandort für die fünfköpfige Familie. Die Baufirma etablierte sich in der Region und Firmenchefin Berta Kumpfmüller managte das Büro. Als 1976 ihr Gatte mit nur 54 Jahren starb, führte sie die Baufirma weiter, bis ihr Sohn Georg 1978 übernehmen konnte. Auch nach ihrer Pensionierung blieb sie noch viele Jahre die Bürochefin und für die Enkel die „Büro-Oma“, widmete sich aber auch vielen sozialen Anliegen. Bereits 1957 wurde Berta Kumpfmüller in der Pfarre für die Leitung der Mütterrunde geworben, sie war von 1963 bis 1981 Pfarrleiterin der Katholischen Frauenbewegung in Lembach, zehn Jahre davon auch Dekanatsleiterin. Ab 1968 war sie auch drei Jahrzehnte lang Mitglied des Pfarrkirchenrates. Von 1975 bis 1998 wurde sie zum Mitglied des Diözesankirchenrates berufen, fünf Jahre auch zum Mitglied des Diözesan-Bautenkomitees. Sie war unter anderem Gründungsmitglied des Sozialsprengels Oberes Mühlviertel, Leiterin des örtlichen Sozialausschusses in der Pfarre Lembach und begleitete Senioren-Bibelwochen. 1990 wurde Berta Kumpfmüller vom Linzer Bischof ausgezeichnet, weil sie zwei Jahrzehnte als Sterbebegleiterin im Altersheim Lembach für die Menschen da war. Berta Kumpfmüller verbrachte selbst ihre letzten fünf Lebensjahre in dem Altenheim.

Artikel von

Thomas Fellhofer

Lokalredakteur Mühlviertel

Thomas Fellhofer
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