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Roman Barth: Ein ehrlicher Künstler

Von Monika Raschhofer   05. Februar 2014 00:04 Uhr

Ein ehrlicher Künstler Von Monika Raschhofer
Roman Barth

Welche Strömungen in der Kunstszene gerade in Mode waren, kümmerte Barth nie. Ende Jänner starb der Braunauer Künstler im Alter von 80 Jahren.

Gefreut hat sich Roman Barth, als anlässlich seines 80. Geburtstags eine Ausstellung mit seinen Werken eröffnet wurde. Das war vergangenen Sommer. Seine Gesundheit war damals schon angeschlagen, aber sein Geist hellwach und sein Humor treffsicher. Die für den Braunauer Künstler so typischen farbenkräftigen Holzschnitte standen im Mittelpunkt der letzten Werkschau, die er persönlich eröffnet und kommentiert hat.

"Er hätte sich selbst aufgeben müssen, wenn er Kompromisse hätte schließen müssen. Sein Schaffen stand unter einem inneren Gebot, das keine Halbwahrheiten duldete", sagt Walter Kaisers-eder, Mentor jener Ausstellung in der Galerie am Fischbrunnen und erster Kunde des Malers Roman Barth. Welche Strömungen in der Kunstszene gerade in Mode waren, kümmerte Barth nie: "Gut ist die Kunst, die ehrlich ist und nicht modischen Gefälligkeiten nacheifert", war sein Credo. Prägend für seine Entwicklung waren die Werke der Expressionisten. Das war 1948, der gebürtige Braunauer damals noch in jugendlichem Alter. Vom eigenen Schaffen trennten ihn noch Jahre, in denen er sein privates und berufliches Leben gestaltete.

Er absolvierte die Lehrerbildungsanstalt in Salzburg und unterrichtete nach Gleink, Mattighofen und Riedersbach schließlich bis 1989 in der Hauptschule Braunau. Er heiratete 1959 seine Frau Helga, freute sich über die Entwicklung seines Sohnes, verstand sich prächtig mit seiner Schwiegertochter und liebte seine Enkel.

Erst als der Sohn heranwuchs, entwickelte Roman Barth seine künstlerische Ader. Professor Hans Plank war ihm Freund, Förderer und Kritiker. 1987 schließlich wurde Barth als Gildenmeister in die Innviertler Künstlergilde aufgenommen. Er wurde zum Schulrat ernannt und freute sich sehr darüber, als er 2005 den Ehrenring der Stadt Braunau verliehen bekam.

Das ausgebaute Wochenendhaus im Wald war zuletzt sein Zufluchtsort, in dem er die Natur genießen konnte und sich auch mit dem Unausweichlichen beschäftigte. Roman Barth gestaltete seinen Grabstein, der heilige Christophorus ist ihm Sinnbild für den Gang in eine andere Welt geworden. Am 30. Jänner trat er – umsorgt von seinen Lieben – die letzte Reise an.

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