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Maximilian Spießberger-Eichhorn: Grieskirchner Musiker verließ mit 78 Jahren die Bühne des Lebens

GRIESKIRCHEN. Familie, Musik, Glaube und sein Lehrberuf gaben Maximilian Spießberger-Eichhorn Kraft im Leben. Grieskirchens langjähriger oberster Organist und Kirchenchorleiter verstarb am 2. Juli nach längerer Krankheit im Alter von 78 Jahren.

Grieskirchner Musiker verließ mit 78 Jahren die Bühne des Lebens

52 Jahre spielte Maximilian Spießberger-Eichhorn an der Orgel in der Grieskirchner Pfarrkirche. Bild: privat

52 Jahre war Maximilian Spießberger-Eichhorn Organist und Chorleiter in Grieskirchen. Dabei begann alles mit einem Zufall. Der gebürtige Weyregger konnte 1955 zwischen Organisten-Stellen in Sierning und Grieskirchen wählen. Weil er dort mit dem Zug schneller hinkam, als mit dem Bus nach Sierning, entschied er sich für die Bezirkshauptstadt. Eine Phase, in der Spießberger-Eichhorn das musikalische Leben der Gemeinde gestaltete, begann. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er etwa dafür 2003 die Goldene Kulturmedaille des Landes Oberösterreich.

Spießberger-Eichhorn hob Grieskirchens Kirchenmusik auf ein neues Niveau, setzte sich für eine neue Orgel ein, und begleitete viele Grieskirchner mit seiner Musik – bei Taufen, Hochzeiten und auf ihren letzten Wegen. Fast täglich saß er frühmorgens an seinem Instrument und spielte an Sonntagen bis zu vier Messen. Probte sein Kirchenchor, war er der Erste, der kam, und der Letzte, der ging. Die Chormitglieder dankten es ihm, indem sie im Gasthaus Schatzl sein Standardmenü, Bier und Würstel, für ihn vorbestellten.

Als Religions-Professor unterrichtete der studierte Theologe und Musiker von 1966 bis 1993 am BORG in Grieskirchen. Selbst tiefgläubig, vermittelte er seinen Schülern Inhalte beharrlich, verständnisvoll und oft mit viel Gefühl. „Wir waren in einem Alter, in dem wir nicht mit Kritik sparten, in dem aber viel über den Sinn des Lebens diskutiert wurde“, sagte Grieskirchens Bürgermeisterin Maria Pachner zu Spießberger-Eichhorns offenem Unterricht. Sie maturierte bei ihm.

Kraft für Musik und Beruf tankte der Familienmensch bis zuletzt bei seinen fünf Kindern und sieben Enkelkindern. Ehefrau Ulrike war seine Vertraute. Nach ihrem Tod lebte er im Altenheim. Solange es möglich war, spazierte er durch die Stadt. Aus Respekt zog er dabei zum Gruß den Hut.

Den letzten Abschied von Maximilian Spießberger-Eichhorn begingen Wegbegleiter und Familie am 8. Juli.

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Artikel Ein Nachruf Nora Bruckmüller 18. Juli 2011 - 00:04 Uhr
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