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Karl Spielbüchler: Verfassungsrichter vergaß nie seine Gosauer Wurzeln

GOSAU. Karl Spielbüchler war der längstdienende Verfassungsrichter der Republik. Seine Wurzeln am Fuß des Dachsteins hat er allerdings nie vergessen.

Karl Spielbüchler

Karl Spielbüchler Bild: privat

Er kam aus dem hintersten Winkel Oberösterreichs und brachte es zu einem der anerkanntesten Juristen dieses Staates. Deshalb ist nicht nur in Gosau die Trauer groß darüber, dass das Herz von Universitätsprofessor Karl Spielbüchler am Montag völlig unerwartet zum Schlagen aufhörte. Die Republik verlor einen ihrer anerkanntesten Juristen.

Spielbüchlers Karriere war nicht nur steil, sondern auch ein Spiegel der österreichischen Geschichte. Als Sohn eines SP-Politikers, der im Austrofaschismus politisch verfolgt wurde, hatte er schon aus biografischen Gründen ein besonderes Interesse an Rechtsstaatlichkeit. Nach seiner Ausbildung zum Volksschullehrer studierte er Jus und wurde zuerst Bezirksrichter im Mühlviertel, dann Universitätsprofessor in Linz und 1976, im Alter von erst 36 Jahren, Verfassungsrichter. Ein Amt, das er bis zu seiner Pensionierung ausübte. „Er hat die Rechtsauslegung des Verfassungsgerichtes entscheidend geprägt“, sagt sein Kollege Rudolf Müller.

Rückkehr nach Gosau

Nach seiner Pensionierung kehrte Spielbüchler zurück in seine Heimatgemeinde, zu der er nie den Kontakt verloren hatte. Hier widmete er sich seiner Familie und seinen Passionen. Seine Privatbibliothek umfasste 16.000 Bände, doch zugleich pflegte er seine Verwurzelung in der Dachsteingemeinde und war stolz auf seine Abstammung von Holzknechten. „Karl steckte sehr viel Liebe in die Pflege des Familienhauses“, sagt Siegfried Gamsjäger, ein Gosauer Freund. „Er reparierte alte Zäune und andere Dinge, weil sie für ihn ein Teil unserer Kultur waren.“ In der Gosauer Zeitschrift „Schwarzreiter“ veröffentlichte Spielbüchler die Ergebnisse seiner Ahnenforschungen.

Karl Spielbüchler hinterlässt eine trauernde Gattin, drei Kinder und acht Enkelkinder.

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Artikel Ein Nachruf von Edmund Brandner 11. Januar 2012 - 00:04 Uhr
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