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Helmut Schuster: Ein Ökonom mit Ecken und Kanten

Er war ein blendender Rhetoriker, aber er verpackte in seinen meist druckreifen Statements oft genug Ansichten, die von Politikern, aber auch von Kollegen, nicht immer gerne gehört wurden.

Ein Ökonom mit Ecken und Kanten Von Hermann Neumüller

Helmut Schuster Bild: Uni Linz

Helmut Schuster, emeritierter Universitätsprofessor am Institut für Volkswirtschaftslehre der Johannes Kepler Universität Linz, starb am 8. August im Alter von 74 Jahren.

Geradezu prophetisch muten seine Aussagen zur europäischen Währungsunion aus dem März 1997 an. Damals gab es eine intensive Diskussion – nicht nur in Fachkreisen –, ob die Länder des Südens reif für den Euro seien. Für einen stabilen Außenwert einer Währung seien eine solide Fiskal- und Geldpolitik über Jahre notwendig, um das Vertrauen der Finanzmärkte zu erlangen. Dieses Vertrauen hätten die Südländer nicht, sagte er damals. Trotzdem stehe er dem Euro „reserviert, aber letztendlich positiv“ gegenüber.

Ob es die Terroranschläge des 11. September 2001 waren oder die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008, Schuster war auch für uns Journalisten ein Gesprächspartner, der uns die Ereignisse aus ökonomischer Sicht richtig einordnen half und dessen Einschätzungen der weiteren Entwicklung sich auch im Nachhinein als richtig herausstellten.

Helmut Schuster wurde 1939 in Wien geboren, wo er auch 1956 maturierte. Danach studierte er Volkswirtschaftslehre an der Universität von Birmingham in Großbritannien. Seinen Doktor machte Schuster dann 1963 an der Universität Innsbruck.

Er habilitierte 1969 an der Universität Münster in Deutschland und unterrichtete danach an der Technischen Universität in West-Berlin, wo er auch 1972/73 Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät war. Seine akademische Laufbahn führt in unter anderem auch an das MIT in Cambridge/USA und an das „Economic Development Insitute“ der Weltbank in der US-Hauptstadt Washington.

1975 kam Schuster dann an die Universität Linz, wo er Leiter des Instituts für Volkswirtschaftspolitik wurde. Von 1996 bis 2003 war er Dekan der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Linzer Universität. 2003 emeritierte Schuster, blieb aber höchst aktiv an der Universität Linz und lehrte weiterhin.

Vielleicht war es sein Studium in Birmingham, das sein Äußeres prägte. Mit Pfeife und Sakkos, die an einen englischen Gutsbesitzer erinnern, schuf er sich auch ein optisches Markenzeichen. Dazu passte seine Schafzucht in Altenberg. Die Linzer Uni verliert mit Helmut Schuster einen Ökonomen mit Profil.

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Artikel Hermann Neumüller 14. August 2013 - 00:04 Uhr
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